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4. Februar 2008

Der verliebte Teufel …

Nachdem Mickey Mouse Nicolas Sarkozy den Medien seine Auserwählte im Dezember in Disneyland vorgestellt hatte, waren seine Beliebtheitswerte mit jedem öffentlichen Kuss weiter abgestürzt. Ca suffit, dachte sich der “Superpräsident”, und hat die Sängerin Carla Bruni am Samstag mal eben geehelicht. Derweil lief deren Liebeslied “Raphael” (geschrieben für einen Verflossenen: den Philosophieprofessor Raphael Enthoven) schon in einer angepassten Fassung als “Nicolas” über die französischen Radiosender…

Nicolas a l’air d’un ange, mais c’est un diable de l’amour …

L’amour, eben. Übrigens auch ein Bruni-Titel, allerdings mit dem Zusatz: pas pour moi. Nicht für mich? Mitnichten! Frau Sarkozys Liebesleben hielt, schon ehe sie mit dem Präsidenten turtelte, die Medien in Atem. Ein guter Grund, hier nicht erneut die Liste ihrer Ehemaligen runterzubeten.

Festzuhalten ist: So, wie er regiert, heiratet Nicolas Sarkozy auch: Kurz, knapp, konzentriert. Dementsprechend hatten die Zeitungen diesmal leider nicht allzuviel zu berichten: Sarkozy hat die Diskretion wiederentdeckt. Nachmittags dann die nächsten Termine. A suivre.    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Leben, Medien
31. Januar 2008

Im Moment kommt es wirklich Schlag auf Schlag. Gestern noch weist eine Studie die positive Korrelation zwischen Übergewicht und, salopp ausgedrückt, Dummheit nach. Heute macht der Alkohol Schlagzeilen.

In Ulm ist ein Mediziner, nachdem er einem Patienten ein neues Hüftgelenk eingesetzt hatte, bewusstlos zusammengebrochen. Der “Bild”-Zeitung zufolge hatte er etwa 2,4 Promille Alkohol im Blut. “Von dem Promille-Wert weiß ich nichts.”, zitiert “Spiegel Online” den 58-jährigen Professor, “aber den Alkohol im Blut bestreite ich nicht. Das war wohl Restalkohol.” Er habe sich inzwischen bei der Ärztekammer selbst angezeigt und sich “eine Auszeit verordnet”. Immerhin: Die Operation scheint erfolgreich gewesen zu sein.

Mit dem Alkohol muss man’s eben vorsichtig angehen. Sollte der Arzt seine Zulassung verlieren, dann könnte er sich womöglich in Hugo Egon Balders neuem Show-Konzept einrichten: Der Entertainer träumt von einer Talkshow mit dem Titel “Der Klügere kippt nach“. Balders Idee: In der Sendung werde “gebechert und über aktuelle politische Themen diskutiert. Etwa: Brauchen wir ein neues Jugendstrafrecht?”.

Wie zum Teufel soll man solche Neuigkeiten nüchtern verkraften?    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Medien
30. Januar 2008

Man möchte derzeit kein Eisbär sein in deutschen Zoos.

Besonders kein junger, der im Blitzlichtgewitter aufwachsen muss. Die öffentliche Anteilnahme am Leben eines jeden Polarbären unter 1 erreicht zusehends groteseke Ausmaße: So wusste eine große Berliner Zeitung in der vergangenen Woche zu berichten, es sei gut möglich, dass Knut an Aufmerksamkeitsdefizit leide und deshalb – ähnlich Britney Spears – den ein oder anderen Ausraster haben könnte. Von Sucht ganz zu schweigen.

Nun. Immerhin wird Knut (1) den Rummel um seine Person bald hinter sich haben: Ausgewachsene Eisbären sind nicht so niedlich. Eine Weile wird das Knut-Fieber freilich noch anhalten, immerhin wird’s einen Film über das kleine Raubtier geben. Wer jetzt schon genervt ist, der kann den süßen Fratz auch notschlachten.

Welch unerwartetes Glück bescherte da Flockes Geburt der deutschen Öffentlichkeit! Flocke ist nicht nur viel niedlicher als ihr blutrünstiger Cousin aus Berlin, sie hat auch schon ihren eigenen Blog. Eisbär 2.0 eben. Das ist viel hipper als so ein oller Kinofilm.

Auch nicht schlecht: Ein eigener Song. Knut hatte etliche. Flocke hat nun auch einen, er heißt “Fli-Fla-Flocke”. Moment mal! Das klingt ja wie … Jawohl! Aus dem Schnappi-Lied wurde ein Flocke-Song!

Aufgrund der ungeklärten Rechtslage (ist es ein Krokodilsong mit Eisbärtext oder umgekehrt?) wage ich nicht, den Song hier einzustellen. Stattdessen ein Video, das den kleinen Eisbär in seiner ganzen, äh, Pracht zeigt:



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Kategorie: Boulevard, Medien
23. Januar 2008

Der “Bild”-Zeitung liegt ein Video vor, auf dem DJ Tomekk den Hitlergruß zeigt und die erste Strophe des Deutschlandliedes singt, anschließend erklärt er: “So viele Ausländer hier im Haus”.

Aufgenommen am Tag der Abreise ins australische Dschungelcamp, Drehort von “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!”. Das ist eine Art Auffangbecken für Exhibitionisten, die mal, im weitesten Sinne, prominent waren. Sie unterziehen sich bizarren Prüfungen, leben unter Zeltlager-Bedingungen, die Zuschauer wählen immer mal wieder jemanden raus, am Ende gibt’s einen Dschungelkönig. Die Einschaltquoten sind phänomenal; nicht zuletzt aufgrund der ausführlichen Berichterstattung diverser Springer-Blätter.

Wir haben ein Video entdeckt – eine Art Bewerbungsfilm -, auf welchem Tomekk eine Spinne verspeist. Er beweist darin alle Eigenschaften, die ein Dschungelkandidat haben sollte: Exhibitionismus und ein hoher Fremdschäm-Faktor.

Eigentlich der perfekte Kandidat, sollte man meinen. Aber in Krisensituationen erweist sich RTL (wie übrigens auch “Bild”) stets als aufrechter, moralisch gefestigter Sender: DJ Tomekk musste das Dschungelcamp gestern verlassen. Warum eigentlich? “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!” macht den Tabubruch zum Konzept – da ist der Hitlergruß doch vorzügliche Promotion. (Zumal Tomekk, ein Hip-Hop-DJ, eigentlich nicht im Verdacht steht, mit rechtem Gedankengut zu kokettieren.)

In der vergangenen Woche verließ die ehemalige “Deutschland sucht den Superstar”-Kandidatin Lisa Bund krankheitsbedingt das Lager, kurz darauf folgte der Moderator Björn-Hergen Schimpf – beide gingen freiwillig. RTL sollte darauf achten, dass noch ein paar Leute im Camp bleiben. Tierdokumentationen erzielen nämlich deutlich geringere Einschaltquoten.    [...mehr]


Kategorie: Medien
17. Januar 2008

“Der Anfang vom Untergang”

… so lautet der aktuelle Titel des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel”. Ein schlechtes Omen? Wie das Hamburger “Abendblatt” am Mittwochabend in einer Vorabmeldung berichtete, ist die Nachfolge des entlassenen Spiegel-Chefredakteurs Stefan Aust geklärt. In einer Doppelspitze sollen Georg Mascolo, Chef des Berliner “Spiegel”-Büros, und Mathias Müller von Blumencron das Magazin leiten. Zuletzt erreichte der “Spiegel” beständig Auflagen in Millionenhöhe – daran werden die designierten Chefs gemessen werden. Ob der scheidende Chefredakteur beurlaubt wird, ist bislang nicht bekannt; ebensowenig die Details seiner Abfindung. Ich hoffe sehr, dass Mascolo & Müller genug Rückgrat beweisen, um die schleichende Boulevardisierung des “Spiegels” zu stoppen – auch um den Preis sinkender Auflagenzahlen.    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Medien
8. Januar 2008

Andrew Morton hat sich mal wieder jemanden vorgeknöpft.

Andrew Morton erlangte einen gewissen Grad an Berühmtheit durch seine Bücher über Diana Frances Mountbatten-Windsor (5 Stück), Monica Lewinsky (1) und Madonna (1). Sein nächstes Oeuvre heißt “Tom Cruise: An Unauthorized Biography” und erscheint am 15. Januar in den USA. Im Vorfeld wird eine Menge Wirbel um das Buch gemacht, es soll sich ja verkaufen. Wie macht man Wirbel um ein Buch? Nun, ganz einfach – man zitiert einige der waghalsigsten (und offensichtlich absurden) Thesen im Vorfeld, und zwar so breit und oft, dass der betroffene Prominente gar nicht anders kann, als den Autor noch vor Erscheinen des Buchs zu verklagen. Hat ganz gut geklappt; Morton ist bereits verklagt. Man kann’s ihm nicht verdenken: Unter anderem behauptet er, Cruises Tochter sei nicht sein leibliches Kind; stattdessen habe man seiner Frau Katie Holmes gefrorene Spermien des 1986 verstorbenen Scientology-Gründers Ron L. Hubbard eingesetzt. Das ist, mit Verlaub, starker Tobak. Ferner ist die Sekte angeblich im Besitz von Videomaterial, worauf Cruises Exfrau Nicole Kidman Sexfantasien beschreibt – mit den Videos, so Morton, werde sie seit Jahren erpresst, um nichts Negatives über Scientology zu sagen. Und so weiter, und so fort. Problematisch an der Sache ist, dass Mortons Bücher sich trotz – oder vielleicht gerade wegen? – ihres eklatanten Mangels an glaubwürdigen Belegen regelmäßig hervorragend verkaufen. Bleibt abzuwarten, wieviele seiner Thesen der Autor auch tatsächlich belegen kann. Ich wage mal die Prognose, dass es nicht allzuviele sein werden …    [...mehr]


7. Januar 2008

In den amerikanischen Vorwahlen macht man sich Gedanken über die Seele des Wladimir Putin.

Als der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, George W. Bush, im Jahr 2001 zum ersten Mal den russischen Präsidenten traf, verkündete er anschließend, er habe einen Blick in Putins Seele werfen können. Bush pflegt eben gelegentlich eine blumige Sprache. Nachdem die Vorwahlen in Iowa nun deutlich zu Ungunsten der als Favoritin gehandelten Senatorin Hillary Clinton ausfielen, überraschte die Politikerin mit der Feststellung, Putin habe als Ex-KGB-Agent “per Definition keine Seele“. Zum Glück für Frau Clinton erinnerten sich die Leute im Publikum an Bushs Äußerung und lachten. Trotzdem: Man fragt sich, wie sie dem Noch-Präsidenten Russlands und Ministerpräsidenten in spe einst gegenübertreten möchte … Jedenfalls ist der Vorwurf der Seelenlosigkeit gewiss nicht leichtzunehmen, geschweige denn auf dem internationalen Parkett, wo es schon zu schwerwiegenden Unstimmigkeiten führen kann, wenn die deutsche Bundeskanzlerin sich vom Dalai Lama ein paar Schals umhängen lässt. Die Vermutung liegt nahe, dass Clinton sich aufgrund ihrer vermeintlichen Schwäche zu der boshaften Äußerung hinreißen ließ – wer weiß, ob man mit derart simplen Phrasen nicht noch den ein oder anderen Wähler fangen kann? Womöglich einen, dem das Gespenst des Kalten Krieges noch immer im Kopf herumspukt? Morgen stehen die Vorwahlen in New Hampshire an. Die Medien spekulieren bereits eifrig, ob sie zu einer Entscheidung über das Amt des demokratischen Präsidentschaftskandidaten führen könnten. Clinton hat, scheint’s, einen schwierigen Stand: Ihre jüngsten Attacken auf Kontrahent Obama verpufften mehr oder weniger wirkungslos; bloß ihr polemisches Putin-Zitat sorgte für ein paar Reaktionen – wenn auch nicht die besten. Aber noch kann das Blatt sich wenden, und – wer weiß? – vielleicht hat Frau Clinton mit Putins Seelenlosigkeit ja das wahlkampfbestimmende Thema schlechthin gefunden – frei nach ihrem Mann, der den Satz “It’s the econonmy, stupid!” prägte: “It’s his soul, stupid!”.    [...mehr]


Kategorie: Medien
21. Dezember 2007

Wolfgang Clement (SPD) hat der Online-Ausgabe der “Sueddeutschen” ein beeindruckendes Interview gegeben, in dem er die Reformmüdigkeit der Großen Koalition anprangert, aber auch mit Selbstkritik nicht spart. Politische Interviews mit einem solchen Grad an Ehrlichkeit liest man selten; in meinen Augen gibt sie in Deutschland bloß einer: Helmut Schmidt – In der Sache nicht immer richtig, aber knapp, klar, ohne unnötige Phrasen. Ein Lesegenuss; und ein Beispiel für eine Politik, nach der man sich in einer Medienrepublik wohl vergeblich sehnt. Schade eigentlich.    [...mehr]


Kategorie: Leben, Medien
20. Dezember 2007

“Eine Lüge ist eine Aussage, von der der Sender … weiß …, dass sie unwahr ist, und die mit der Absicht geäußert wird, dass der … Hörer sie trotzdem glaub(t).”

So definiert es das Online-Lexikon Wikipedia. Roger Willemsen und Dieter Hildebrandt sind mit ihrem Buch “Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort! Eine Weltgeschichte der Lüge” seit Wochen in der Spiegel-Bestsellerliste vertreten: Man sollte meinen, dass in Deutschland breite Übereinstimmung herrscht in der Frage, was eine Lüge eigentlich ist.

Im Januar trat die ZDF-Moderatorin Andrea Kiewel (“Fernsehgarten”) in der Talkshow von Johannes B. Kerner auf und beschrieb ihre jüngste, erfolgreiche Diät. Dabei erwähnte sie die Firma “Weight Watchers” so oft, dass der sonst nicht gerade investigative Moderator nachhakte: „Nur, dass wir das einmal geklärt haben: Du bist normales Mitglied, Du zahlst alles selbst, keine Vergünstigungen?“ Kiewel: „Keine Werbeverträge.“

Erst vor ein paar Wochen stellte sich heraus – und wurde von den Medien hinlänglich erörtert -, dass Kiewel durchaus einen PR-Vertrag mit dem Unternehmen hatte. Mehr noch: Unter Punkt sechs des Papiers wird die Vereinbarung eines “Sonderhonorars” eingeräumt, falls die Moderatorin die “Weight Watchers” in einem “besonders erwünschten Format” platziert. Genannt werden “Wetten, dass …?”, “Stern TV”, “Beckmann” und “Kerner”.

ZDF-Programmdirektor Bellut erklärte die laut Kiewels Management “absolute Ausnahme” zur “sehr ernsten Angelegenheit”, die der Sender ausdrücklich “missbilligend” zur Kenntnis nahm. Kiewel stand unter Druck. In ihrer jetzt veröffentlichten Entschuldigung heißt es:

“Selbstverständlich hätte ich einräumen müssen, dass es eine PR-Vereinbarung gab, in deren Rahmen es zu einem Foto-Shooting und einem Interview-Termin kam. Das war ein Fehler, für den ich mich ausdrücklich bei den Zuschauern und den Kollegen vom ZDF entschuldigen möchte.”

Sie betont allerdings, dass sie für die Kerner-Sendung kein Sonderhonorar bekommen hätte. Das Alles kommt fast ein Jahr nach Ausstrahlung der Sendung. Den vermeintlichen Werbe-Effekt dürfte es nicht mehr beeinflussen. Das bisschen Medienwirbel wird Kiewel auch noch verkraften.

Und weiter moderieren.    [...mehr]


Kategorie: Medien, Politik
18. Dezember 2007

Des Kaisers neue Kleider: SPD-Chef Beck präsentiert seine Jahresbilanz.

Die fällt so positiv aus, dass nicht einmal der von RTL eingeschleuste Henrico Frank stört. Erinnern Sie sich? Henrico Frank war, vor rund einem Jahr, ein Arbeitsloser auf dem Wiesbadener Weihnachtsmarkt, der Beck angetrunken anpöbelte. Im weitesten Sinn ging es um Hartz IV, um Gerechtigkeit; aber vor allem hatte Herr Frank ein bisschen zuviel getrunken. Beck konterte genervt: “Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job.” (13. Dezember 2006). Diese Einschätzung Becks entsprach noch der Linie, welche die SPD unter Schröder und Müntefering fuhr: Bitter, aber ehrlich. Aus irgendeinem Grund fanden das manche Leute nicht nett; und weil Kurt Beck zu jener Zeit schwer an seinem netten Image arbeitete, bot er Henrico Frank in den folgenden Wochen sechs Jobs an. Frank lehnte alle ab, und “Bild” nannte ihn “Deutschlands frechste(n) Arbeitslose(n)“. Schließlich fand er doch einen Job, als Punk-Experte bei einem Frankfurter Radiosender. Beck hatte schon einen Job, aber 2007 etablierte er seine Machtposition. In erster Linie, indem er alles, was die SPD seit 2003 an Realismus und Pragmatismus gewonnen hatte, über Bord warf, um in links-verträumten Wählerkreisen auf Stimmenfang gehen zu können.

Der Wiesbadener Weihnachtsmarkt 2006 ist lange her. Anlässlich der Präsentation der SPD-Jahresbilanz auf der Bundespressekonferenz sollte nun, so wollte es RTL, Henrico Frank eine Entschuldigung von Kurt Beck fordern. Er wartete damit bis ganz zum Schluss, dann fragt er: “Erinnern Sie sich an mich?”. Ja, Beck erinnerte sich. Entschuldigen wollte er sich aber nicht; seine Worte, erklärte der Parteivorsitzende, hätten Henrico Frank “doch geholfen. Dazu gratuliere ich Ihnen.”

Das war, am Ende der Pressekonferenz in Berlin, für einen Moment endlich mal: Knapp, realistisch, ehrlich. Zuvor hatte Beck, ganz wie der Kaiser im Märchen, lauter vermeintliche Kleider vorgeführt. Hatte ihn keiner seiner Berater gewarnt? Jedenfalls war die Bilanz alles andere als realistisch. Beck, der von sich behauptete, er mache seinen Job “ganz ordentlich”, zählte Erfolge des vergangenen Jahres auf: Die neue Parteispitze (wahrlich, ein Coup mit macchiavellistischen Zügen), das neue, von der Linkspartei abgeschriebene Grundsatzprogramm, der Abschied von der alten SPD, besonders Franz Müntefering – das alles kündet in der Sicht des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten von der neuen, sozialen, modernen SPD. Die Reformpartei, ein Spuk von gestern. Angesichts bevorstehender Landtagswahlen verrät Beck verschwörerisch, was Sozialthemen beträfe, sei “noch mehr im Köcher”.

Es bräuchte ein Kind wie im Märchen, das Kurt Beck mit den Tatsachen konfrontiert. Der Richtungswechsel der SPD, von der nüchternen Regierungspartei hin zur weltfremden Partei des allumsorgenden Staates hat den Sozialdemokraten nicht gut getan: In aktuellen Umfragen erreichen die Genossen selten mehr als 31%. Absehbar, dass der Wähler die Rolle des Kindes im Märchen übernehmen wird, wenn die Landtage gewählt werden.    [...mehr]


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