Insektizid in Eiern: Das Wichtigste über den Rückruf

Der Kurzreporter
von Der Kurzreporter August 1, 2017 21:06

Insektizid in Eiern: Das Wichtigste über den Rückruf

Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind über eine Million mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier in den Handel gelangt. Verbraucher können sie an ihren Stempelaufdrucken erkennen und sollten sie zurückgeben. Wichtige Fragen und Antworten:

Wie viele Eier sind betroffen?

Etwa 2,9 Millionen Eier sind aus niederländischen und belgischen Erzeugerbetrieben an eine Packstelle in Nordrhein-Westfalen geliefert worden, teilte das niedersächsische Agrarministerium mit. Von dort seien etwa 1,3 Millionen Eier nach Niedersachsen gekommen.

Die mit dem Insektizid Fipronil belasteten Eier waren zunächst in einer Packstelle im Kreis Borken in Nordrhein-Westfalen gefunden worden. Daraufhin wurden in NRW fast 900 000 Eier, die in den Handel gelangt waren, zurückgerufen. Nordrhein-Westfalen prüft nun, ob auch andere Packstellen in dem Bundesland Produkte mit dem Insektizid Fipronil erhalten haben könnten. «Wir haben ein entsprechendes Monitoring-Programm aufgesetzt», sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Düsseldorf. Er rechne jedoch nicht damit, dass weitere Eier dieser Ladungen in den Regalen zu finden sind.

Woran sind die belasteten Eier zu erkennen und was ist Verbrauchern zu raten?

Die entsprechenden Chargen der Eier tragen nach Angaben des
niedersächsischen Agrarministeriums die Stempelaufdrucke 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001 sowie die Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) 14.08.2017 und 16.08.2017. Das Ministerium rät Verbrauchern, belastete Eier mit den entsprechenden Aufdrucken nicht zu verzehren und zurückzugeben.

Was ist Fipronil und wo darf es eingesetzt werden?

Das Insektizid Fipronil werde vielfach als Pflanzenschutzmittel genutzt, so das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf. In der Tiermedizin werde es als Mittel gegen Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen eingesetzt. Es diene auch zur Bekämpfung von Läusen, Schaben und Milben. Die Anwendung bei Tieren, die als Lebensmittel genutzt werden, sei dagegen nicht erlaubt.

«Es gilt in der Europäischen Union bei Fipronil Nulltoleranz», sagte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer. «Das Insektizid hat in Lebensmitteln nichts zu suchen. Punkt.»

Besteht ein Gesundheitsrisiko?

Aufgrund von Analyseergebnissen in Belgien hatte das
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor einem potenziell akuten Gesundheitsrisiko für Kinder beim Verzehr der Eier gewarnt. Für andere Menschen wurde dies ausgeschlossen.

Fotocredits: Malte Christians
(dpa)

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