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Kategorie: Boulevard
29. Februar 2008

In einer Zeit, wo deutsche Steuerfahnder auf Suche nach versteckten Konten in Lichtenstein sind und sich die Durchschnitts-Bevölkerung über die kriminellen Machenschaften der Oberschicht echauffiert, ist Verona Pooth bei Johannes Kerner angetreten, um ihrem Image einen neuen Glanz zu verleihen und ihren arg gebeutelten Ehemann zu verteidigen.

Dabei schöpfte die RTL 2-Moderatorin alle vorhandenen Gefühlsreserven aus und konnte sich gleichzeitig auf einen Verona Pooth ©KMJ-Wikipediamitfühlenden Johannes B. Kerner verlassen. Die eigentliche Tatsache, dass ihr Ehemann, Franjo Pooth, mit seiner vermeintlichen innovativen Idee vom Verkauf von MP3-Playern eine Firmenpleite im Umfang von 14 Millionen Euro herbeiführte, geriet dabei vollkommen in den Hintergrund. Franjo Pooths bisherige Referenzen in der Geschäftswelt waren: „Sohn sein“ – nicht schlecht für einen Existenzgründer, weshalb ihm die Sparkasse auch gleich Kredite in Höhe von 9,2 Millionen gewährte.

Nur dumm, dass diese Firmenpleite in eine Zeit fällt, wo ganz Deutschland auf der Suche nach weiteren Zumwinkels ist. Aber Verona, die emotional und angeschlagen wirkte, stieg auch prompt in ihrer gewohnten Art und Weise auf dieses Thema ein, denn die Vorwürfe der Insolvenzverschleppung wäre hart und würden ihre Familie belasten, aber man möchte nicht „mit Herrn Postwinkel auf eine Stufe gestellt werden.“ Nicht schlecht Frau Feldbusch-Pooth, was früher schon funktionierte, kann heute nicht schlecht sein. Dieser kleine Versprecher ließ sie wieder einmal als völlig unwissend und inkompetent erscheinen, womit auch der letzte Zuschauer begriffen hatte, das Produkt Verona hat nichts mit dieser Firmenpleite zu tun.

Man kann diesen Fernsehauftritt von Verona Pooth als durchaus gelungen bezeichnen, das Mitleid der Zuschauer war ihr gewiss, doch nur wer sich intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzt, kann hinter der Fassade „tiefe Abgründe“ erkennen, die sich in Dimensionen und Sphären bewegen, die einem Normalsterblichen lebenslang verwehrt bleiben.    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Leben
28. Februar 2008

Er freue sich auf den Abschied vom Eisbär, sagte Thomas Dörflein im April 2007. Der Knut- Pfleger war durch den Rummel um seinen Eisbär- Zögling selbst zum Medienstar avanciert. Aber nanu: Im November 07 plötzlich die Meldung, dass der Zoo Berlin seinen liebsten Tierpfleger hart abmahnen musste.

Dieser hatte gegen alle Regeln mit dem mittlerweile herangewachsenen Knut im Freigehege Fangen gespielt. Eigentlich sollte ein Tierpfleger wissen, dass ausgewachsene Eisbären zur Gefahr werden können. Deswegen existiert im Berliner Zoo ja auch das Verbot für die Pfleger, zu den Tieren ins Freigehege zu steigen, wenn diese ein bestimmtes Alter erreicht haben.

Dörflein und Knut knuddeln © flickr / nayrb7

Hm… Das Licht der Öffentlichkeit kann ja bekanntermaßen ganz schön blenden. Vielleicht war es die Verleihung des Berliner Verdienstordens, die Dörfleins Sinneswandel provoziert hat? Oder – vielleicht ist das Leben als Tierpfleger in Deutschland ohne Knut plötzlich weniger interessant, wenn die Fans und Kameras für immer weg sind? Bestimmt war alles nur ein Irrtum und Dörflein hatte von einem vorherigen Ausflug etwas im Gehege vergessen. Etwa seine Brille? Das würde erklären, warum er den Größenunterschied nicht bemerkt hat.

Ob sich Dörflein nach diesem Rückfall dem erneuten Entzug stellt? Was wird er beispielsweise tun, wenn der neue Film „Knut und seine Freunde“ ins Kino kommt? Trotzdem reingehen? Auch auf die Gefahr hin, dass er um acht Uhr abends in den Zoo einbrechen und sich ins Eisbärengehege schleichen muss, weil der Knut- Knuddel- Drang zu stark wird? Aber ich vergaß, eigentlich ist der Pfleger ja über die Phase des Medienrummels hinweg und freut sich auf die anstehende Zeit der Ruhe.

Wer’s glaubt…    [...mehr]


25. Februar 2008

Einen weiteren Beweis, dass Politiker möglicherweise doch bloß Menschen sind, liefert dieser Tage das französische Klatschmagazin “Le Parisien”: In einem kleinen Video ist Nicolas Sarkozy zu sehen, der beim traditionellen “Bad in der Menge” von einem älteren Herrn zurückgewiesen wird (“Ah, nein, fass mich nicht an”), woraufhin er diesen knapp, aber bestimmt maßregelt: “Dann hau ab, Du armer Irrer.”

Solche Neuigkeiten gehen natürlich weg wie warme Croissants. Was nicht weiter verwundern sollte: Angesichts der kultivierten Langeweile, mit welcher zuletzt die Oscar-Verleihung abgefeiert wurde, darf man wohl dankbar sein für das enorme Unterhaltungspotenzial des kleinen Mannes aus Paris. Während die Opposition sich noch empört, beschäftigt sich die Grande Nation bereits mit dem Kleid der Oscar-Gewinnerin Cottillard.    [...mehr]


4. Februar 2008

Der verliebte Teufel …

Nachdem Mickey Mouse Nicolas Sarkozy den Medien seine Auserwählte im Dezember in Disneyland vorgestellt hatte, waren seine Beliebtheitswerte mit jedem öffentlichen Kuss weiter abgestürzt. Ca suffit, dachte sich der “Superpräsident”, und hat die Sängerin Carla Bruni am Samstag mal eben geehelicht. Derweil lief deren Liebeslied “Raphael” (geschrieben für einen Verflossenen: den Philosophieprofessor Raphael Enthoven) schon in einer angepassten Fassung als “Nicolas” über die französischen Radiosender…

Nicolas a l’air d’un ange, mais c’est un diable de l’amour …

L’amour, eben. Übrigens auch ein Bruni-Titel, allerdings mit dem Zusatz: pas pour moi. Nicht für mich? Mitnichten! Frau Sarkozys Liebesleben hielt, schon ehe sie mit dem Präsidenten turtelte, die Medien in Atem. Ein guter Grund, hier nicht erneut die Liste ihrer Ehemaligen runterzubeten.

Festzuhalten ist: So, wie er regiert, heiratet Nicolas Sarkozy auch: Kurz, knapp, konzentriert. Dementsprechend hatten die Zeitungen diesmal leider nicht allzuviel zu berichten: Sarkozy hat die Diskretion wiederentdeckt. Nachmittags dann die nächsten Termine. A suivre.    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Leben, Medien
31. Januar 2008

Im Moment kommt es wirklich Schlag auf Schlag. Gestern noch weist eine Studie die positive Korrelation zwischen Übergewicht und, salopp ausgedrückt, Dummheit nach. Heute macht der Alkohol Schlagzeilen.

In Ulm ist ein Mediziner, nachdem er einem Patienten ein neues Hüftgelenk eingesetzt hatte, bewusstlos zusammengebrochen. Der “Bild”-Zeitung zufolge hatte er etwa 2,4 Promille Alkohol im Blut. “Von dem Promille-Wert weiß ich nichts.”, zitiert “Spiegel Online” den 58-jährigen Professor, “aber den Alkohol im Blut bestreite ich nicht. Das war wohl Restalkohol.” Er habe sich inzwischen bei der Ärztekammer selbst angezeigt und sich “eine Auszeit verordnet”. Immerhin: Die Operation scheint erfolgreich gewesen zu sein.

Mit dem Alkohol muss man’s eben vorsichtig angehen. Sollte der Arzt seine Zulassung verlieren, dann könnte er sich womöglich in Hugo Egon Balders neuem Show-Konzept einrichten: Der Entertainer träumt von einer Talkshow mit dem Titel “Der Klügere kippt nach“. Balders Idee: In der Sendung werde “gebechert und über aktuelle politische Themen diskutiert. Etwa: Brauchen wir ein neues Jugendstrafrecht?”.

Wie zum Teufel soll man solche Neuigkeiten nüchtern verkraften?    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Medien
30. Januar 2008

Man möchte derzeit kein Eisbär sein in deutschen Zoos.

Besonders kein junger, der im Blitzlichtgewitter aufwachsen muss. Die öffentliche Anteilnahme am Leben eines jeden Polarbären unter 1 erreicht zusehends groteseke Ausmaße: So wusste eine große Berliner Zeitung in der vergangenen Woche zu berichten, es sei gut möglich, dass Knut an Aufmerksamkeitsdefizit leide und deshalb – ähnlich Britney Spears – den ein oder anderen Ausraster haben könnte. Von Sucht ganz zu schweigen.

Nun. Immerhin wird Knut (1) den Rummel um seine Person bald hinter sich haben: Ausgewachsene Eisbären sind nicht so niedlich. Eine Weile wird das Knut-Fieber freilich noch anhalten, immerhin wird’s einen Film über das kleine Raubtier geben. Wer jetzt schon genervt ist, der kann den süßen Fratz auch notschlachten.

Welch unerwartetes Glück bescherte da Flockes Geburt der deutschen Öffentlichkeit! Flocke ist nicht nur viel niedlicher als ihr blutrünstiger Cousin aus Berlin, sie hat auch schon ihren eigenen Blog. Eisbär 2.0 eben. Das ist viel hipper als so ein oller Kinofilm.

Auch nicht schlecht: Ein eigener Song. Knut hatte etliche. Flocke hat nun auch einen, er heißt “Fli-Fla-Flocke”. Moment mal! Das klingt ja wie … Jawohl! Aus dem Schnappi-Lied wurde ein Flocke-Song!

Aufgrund der ungeklärten Rechtslage (ist es ein Krokodilsong mit Eisbärtext oder umgekehrt?) wage ich nicht, den Song hier einzustellen. Stattdessen ein Video, das den kleinen Eisbär in seiner ganzen, äh, Pracht zeigt:



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Kategorie: Boulevard, Medien
23. Januar 2008

Der “Bild”-Zeitung liegt ein Video vor, auf dem DJ Tomekk den Hitlergruß zeigt und die erste Strophe des Deutschlandliedes singt, anschließend erklärt er: “So viele Ausländer hier im Haus”.

Aufgenommen am Tag der Abreise ins australische Dschungelcamp, Drehort von “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!”. Das ist eine Art Auffangbecken für Exhibitionisten, die mal, im weitesten Sinne, prominent waren. Sie unterziehen sich bizarren Prüfungen, leben unter Zeltlager-Bedingungen, die Zuschauer wählen immer mal wieder jemanden raus, am Ende gibt’s einen Dschungelkönig. Die Einschaltquoten sind phänomenal; nicht zuletzt aufgrund der ausführlichen Berichterstattung diverser Springer-Blätter.

Wir haben ein Video entdeckt – eine Art Bewerbungsfilm -, auf welchem Tomekk eine Spinne verspeist. Er beweist darin alle Eigenschaften, die ein Dschungelkandidat haben sollte: Exhibitionismus und ein hoher Fremdschäm-Faktor.

Eigentlich der perfekte Kandidat, sollte man meinen. Aber in Krisensituationen erweist sich RTL (wie übrigens auch “Bild”) stets als aufrechter, moralisch gefestigter Sender: DJ Tomekk musste das Dschungelcamp gestern verlassen. Warum eigentlich? “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!” macht den Tabubruch zum Konzept – da ist der Hitlergruß doch vorzügliche Promotion. (Zumal Tomekk, ein Hip-Hop-DJ, eigentlich nicht im Verdacht steht, mit rechtem Gedankengut zu kokettieren.)

In der vergangenen Woche verließ die ehemalige “Deutschland sucht den Superstar”-Kandidatin Lisa Bund krankheitsbedingt das Lager, kurz darauf folgte der Moderator Björn-Hergen Schimpf – beide gingen freiwillig. RTL sollte darauf achten, dass noch ein paar Leute im Camp bleiben. Tierdokumentationen erzielen nämlich deutlich geringere Einschaltquoten.    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Medien
8. Januar 2008

Andrew Morton hat sich mal wieder jemanden vorgeknöpft.

Andrew Morton erlangte einen gewissen Grad an Berühmtheit durch seine Bücher über Diana Frances Mountbatten-Windsor (5 Stück), Monica Lewinsky (1) und Madonna (1). Sein nächstes Oeuvre heißt “Tom Cruise: An Unauthorized Biography” und erscheint am 15. Januar in den USA. Im Vorfeld wird eine Menge Wirbel um das Buch gemacht, es soll sich ja verkaufen. Wie macht man Wirbel um ein Buch? Nun, ganz einfach – man zitiert einige der waghalsigsten (und offensichtlich absurden) Thesen im Vorfeld, und zwar so breit und oft, dass der betroffene Prominente gar nicht anders kann, als den Autor noch vor Erscheinen des Buchs zu verklagen. Hat ganz gut geklappt; Morton ist bereits verklagt. Man kann’s ihm nicht verdenken: Unter anderem behauptet er, Cruises Tochter sei nicht sein leibliches Kind; stattdessen habe man seiner Frau Katie Holmes gefrorene Spermien des 1986 verstorbenen Scientology-Gründers Ron L. Hubbard eingesetzt. Das ist, mit Verlaub, starker Tobak. Ferner ist die Sekte angeblich im Besitz von Videomaterial, worauf Cruises Exfrau Nicole Kidman Sexfantasien beschreibt – mit den Videos, so Morton, werde sie seit Jahren erpresst, um nichts Negatives über Scientology zu sagen. Und so weiter, und so fort. Problematisch an der Sache ist, dass Mortons Bücher sich trotz – oder vielleicht gerade wegen? – ihres eklatanten Mangels an glaubwürdigen Belegen regelmäßig hervorragend verkaufen. Bleibt abzuwarten, wieviele seiner Thesen der Autor auch tatsächlich belegen kann. Ich wage mal die Prognose, dass es nicht allzuviele sein werden …    [...mehr]


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