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Kategorie: Boulevard, Medien
23. Januar 2008

Der “Bild”-Zeitung liegt ein Video vor, auf dem DJ Tomekk den Hitlergruß zeigt und die erste Strophe des Deutschlandliedes singt, anschließend erklärt er: “So viele Ausländer hier im Haus”.

Aufgenommen am Tag der Abreise ins australische Dschungelcamp, Drehort von “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!”. Das ist eine Art Auffangbecken für Exhibitionisten, die mal, im weitesten Sinne, prominent waren. Sie unterziehen sich bizarren Prüfungen, leben unter Zeltlager-Bedingungen, die Zuschauer wählen immer mal wieder jemanden raus, am Ende gibt’s einen Dschungelkönig. Die Einschaltquoten sind phänomenal; nicht zuletzt aufgrund der ausführlichen Berichterstattung diverser Springer-Blätter.

Wir haben ein Video entdeckt – eine Art Bewerbungsfilm -, auf welchem Tomekk eine Spinne verspeist. Er beweist darin alle Eigenschaften, die ein Dschungelkandidat haben sollte: Exhibitionismus und ein hoher Fremdschäm-Faktor.

Eigentlich der perfekte Kandidat, sollte man meinen. Aber in Krisensituationen erweist sich RTL (wie übrigens auch “Bild”) stets als aufrechter, moralisch gefestigter Sender: DJ Tomekk musste das Dschungelcamp gestern verlassen. Warum eigentlich? “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!” macht den Tabubruch zum Konzept – da ist der Hitlergruß doch vorzügliche Promotion. (Zumal Tomekk, ein Hip-Hop-DJ, eigentlich nicht im Verdacht steht, mit rechtem Gedankengut zu kokettieren.)

In der vergangenen Woche verließ die ehemalige “Deutschland sucht den Superstar”-Kandidatin Lisa Bund krankheitsbedingt das Lager, kurz darauf folgte der Moderator Björn-Hergen Schimpf – beide gingen freiwillig. RTL sollte darauf achten, dass noch ein paar Leute im Camp bleiben. Tierdokumentationen erzielen nämlich deutlich geringere Einschaltquoten.    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Medien
8. Januar 2008

Andrew Morton hat sich mal wieder jemanden vorgeknöpft.

Andrew Morton erlangte einen gewissen Grad an Berühmtheit durch seine Bücher über Diana Frances Mountbatten-Windsor (5 Stück), Monica Lewinsky (1) und Madonna (1). Sein nächstes Oeuvre heißt “Tom Cruise: An Unauthorized Biography” und erscheint am 15. Januar in den USA. Im Vorfeld wird eine Menge Wirbel um das Buch gemacht, es soll sich ja verkaufen. Wie macht man Wirbel um ein Buch? Nun, ganz einfach – man zitiert einige der waghalsigsten (und offensichtlich absurden) Thesen im Vorfeld, und zwar so breit und oft, dass der betroffene Prominente gar nicht anders kann, als den Autor noch vor Erscheinen des Buchs zu verklagen. Hat ganz gut geklappt; Morton ist bereits verklagt. Man kann’s ihm nicht verdenken: Unter anderem behauptet er, Cruises Tochter sei nicht sein leibliches Kind; stattdessen habe man seiner Frau Katie Holmes gefrorene Spermien des 1986 verstorbenen Scientology-Gründers Ron L. Hubbard eingesetzt. Das ist, mit Verlaub, starker Tobak. Ferner ist die Sekte angeblich im Besitz von Videomaterial, worauf Cruises Exfrau Nicole Kidman Sexfantasien beschreibt – mit den Videos, so Morton, werde sie seit Jahren erpresst, um nichts Negatives über Scientology zu sagen. Und so weiter, und so fort. Problematisch an der Sache ist, dass Mortons Bücher sich trotz – oder vielleicht gerade wegen? – ihres eklatanten Mangels an glaubwürdigen Belegen regelmäßig hervorragend verkaufen. Bleibt abzuwarten, wieviele seiner Thesen der Autor auch tatsächlich belegen kann. Ich wage mal die Prognose, dass es nicht allzuviele sein werden …    [...mehr]


Kategorie: Leben
4. Januar 2008

Eigentlich mag man es schon gar nicht mehr lesen – die Geschichten um kahlgeschorene Köpfe, Sorgerechtsstreit, Alkohol am Steuer oder ohne Unterwäsche aus dem Auto steigen. Trotzdem befällt einem immer wieder das blanke Entsetzen über jene Aktionen, mit welchen die einst so gefeierte Popprinzessin in die Öffentlichkeit tritt.

Gestern war es wieder einmal soweit – ein Polizeihubschrauber, Blaulicht, Krankenwagen und zahlreiche Einsatzwagen der Polizei bahnten sich den Weg zum Haus von Miss Spears. Minutenlang versuchten Polizisten den Star zum Öffnen der Tür zu veranlassen, um die Kinder Jayden James, 1, und Sean Preston, 2, zu ihrem Vater bringen zu können. Etwas später konnten die Kinder unbeschadet zum Haus der Vaters gebracht werden, währenddessen Britney Spears auf einer Trage in einen Krankenwagen befördert wurde. Sie soll unter erheblichen Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden haben, berichten mehrere Nachrichtenportale.

Bei der neutralen Betrachtung schwankt man zwischen Mitleid und Abscheu. Hat sie denn überhaupt keine Freunde mehr, die ihr in solchen Situationen helfen könnten? Die regelmäßige Selbstzerstörung kann doch nicht auf Dummheit beruhen, oder doch? Fakt ist jedenfalls, desto abstoßender die Bilder von Miss Spears sind, umso mehr Geld gibt es für die Fotographen, da ist es nicht verwunderlich, dass regelrecht Jagd gemacht wird. Aber dieser Situation ist sich Britney Spears seit ihrem kometenhaften Aufstieg bewusst und wusste diese Tatsache am Beginn ihrer Karriere geschickt zu nutzen. Inzwischen scheint ihr alles egal zu sein, auch dass Radiosender schon makaber über den Zeitpunkt ihres Freitods diskutieren.

Der ehemals so gefeierte Popstar ist nur noch eine einsame und unglückliche junge Frau, der wohl kaum noch zu helfen ist. Ähnlich wie bei vielen anderen Helden wird wenigsten der Abstieg der Britney Spears von der Klatschpresse minutiös dokumentiert.    [...mehr]


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