Milchstreik der Bauern sorgt für Unruhe

Autor: Riko
29. Mai 2008

Tausende Bauern folgten dem Aufruf des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und stoppten ihre Milchlieferungen an den Einzelhandel. Damit protestieren sie gegen die niedrigen Milchpreise. Momentan liegt der Erzeugerpreis zwischen 27 und 25 Cent pro Liter. Angesichts der steigenden Nebenkosten ist das für die Bauer viel zu wenig. Sie fordern mindestens 40 Cent pro Liter.

Konsumenten wird geraten, sich in den nächsten Tagen mit genügend Milch zu versorgen, denn der Lieferboykott könnte sich schnell ausweiten. In einigen Regionen haben sich bis zu 90 Prozent der Lieferanten an dem Streik beteiligt. Die produzierte Milch wird nun vielerorts an das Vieh verfüttert. Der Vizechef des BDM, Stefan Mann, rechnet mit der Solidarität der Milcherzeuger benachbarter Länder. Aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Belgien und Luxemburg wurden bereits dementsprechende Unterstützungsbekundungen verlautbart.

Pressevertreter zeigen sich skeptisch über die Erfolgsaussichten des Protestes. Denn mächtige Einzelhandelsunternehmen wie Lidl und Aldi werden sich wohl kaum die Preise von kleinen Milcherzeugern diktieren lassen wollen. So sieht zum Beispiel die Neue Westfälische die Bauern „am kürzesten aller denkbaren Hebel, eingekeilt zwischen mächtigen Handelskonzernen, sehr sparsamen Verbrauchern, zyklischen Weltmärkten und einer unentschlossenen Agrarpolitik.“ Auch für die Berliner Morgenpost handelt es sich bei diesem Streik um einen Kampf David gegen Goliath, da die Milchlieferanten damit rechnen müssen, später für ihre Aktionen bestraft zu werden. Wenigstens gelang es ihnen jetzt, medial auf dieses Problem aufmerksam zu machen.


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Michael schreibt
am 29. Mai 2008 um 16:16 Uhr

Langsam frage ich mich, was in diesem Land los ist. Gibt es irgendeine Berufsgruppe, die in den letzten Monaten nicht gestreikt hat!? Wenn wir so weiter machen, werden wir bald wie die Franzosen sein. Und das wäre eine echte Katastrophe!

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Ludwig schreibt
am 30. Mai 2008 um 15:43 Uhr

Ein Streik der Bauern sehe ich als gerechtfertigt an. Denn ihre Entlohnung ist mehr als bescheiden. Und gerade die Bauern, die uns die wichtigen Nahrungsmittel liefern, haben mehr verdient als 27 Cent der Liter. Denn auch Bauern führen ein Unternehmen, das auch Ertrag abwerfen sollte. Und wenn sie nicht besser entlohnt werden, dann steigen wirklich die Lebensmittelpreise in die Höhe.

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