Griechenland pleite – Einigung über Hilfe und Sparpaket

Der Kurzreporter
von Der Kurzreporter Mai 3, 2010 13:08

Kurz vor dem drohenden Staatsbankrott wurde jetzt in Brüssel das Hilfspaket für die gebeutelten Hellenen geschnürt. Griechenland wird eine jährliche Finanzhilfe von 60 Milliarden Euro im Jahr benötigen, so Ministerpräsident Papandreou. Können die Finanzspritzen das Land vor der Pleite bewahren?

Kein Thema wird in den letzten Wochen mehr kontrovers diskutiert als die sogenannte „Pleite“ Griechenlands. Viele bangen um die Konsequenzen der Finanzhilfen, die sich langfristig auf die Portemonnaies von Europas Steuerzahlern auswirken. Mit 15 Milliarden vom internationalen Währungsfonds und 30 Milliarden von den Staaten der EU soll Griechenland jährlich geholfen werden. Die Frage ist: Woher sollen die restlichen 15 Milliarden kommen?

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Griechenland pleite – Was passiert nun?

Papandreou schwang dramatische Reden in Athen, von einer „Rettung des Staates mit allen Mitteln“ und einem „Schutz der Schwachen“ vor der Pleite war die Rede. Neben der finanziellen Hilfe durch den IWF und die EU soll ein umfassendes Sparprogramm Griechenland wieder auf die Beine helfen. Vor allem Beschäftigte im öffentlichen Dienst werden von den Massnahmen betroffen sein.

Die Grundstruktur des Sparprogramms wurde bereits publiziert: Im staatlichen Sektor sollen die Gehälter eingefroren werden. Auf das 13. und 14. Monatsgehalt soll komplett verzichtet werden. Griechenlands Rentenalter soll von 61,3 auf 63,4 Jahre angehoben werden. Ausserdem verspricht sich der Staat zusätzliche Einnahmen durch eine Mehrwertsteuererhöhung von 21 bis 25 Prozent, sowie Steuererhöhungen auf Benzin, Zigaretten und Spirituosen.

Griechenlands Reaktion auf die Massnahmen

In der Bevölkerung wurden die Ankündigungen mit Empörung entgegengenommen. Krawalle in Athen waren die unmittelbare Folge auf Papandreous Sparpläne. Griechenlands Bürger fühlen sich nicht verantwortlich für die Pleite des Staates, sondern weisen die Schuld den Banken zu, die ihnen über Jahre hinweg Kredite bewilligt haben.

Objektiv betrachtet liegen die Ursachen für die Pleite auf der Hand: Griechische Beamte können mit 50 in Rente gehen, das Gesundheitswesen ist durchgängig korrupt, und der Staat arbeitet nicht effizient, sondern finanziert seit Jahren viele unnötige Gremien mit Geld aus Brüssel.

Solidarität oder Abkehr von Griechenland?

Um dem Land aus der Schuldenspirale zu helfen, muss Deutschland Griechenland Milliardenkredite bewilligen. Dies stösst bei vielen Bürgern auf Unverständnis, besonders in Angesicht der Proteste gegen Sparmassnahmen aus Athen. Ganz uneigennützig ist die Hilfe jedoch nicht, denn wenn Griechenland die Insolvenz trifft, zieht es schwächere Länder der EU mit sich. Diese Kettenreaktion gilt es aufzuhalten, da sie über kurz oder lang verheerende Auswirkungen die europäische Union als weltwirtschaftliche Instanz hat.

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Der Kurzreporter
von Der Kurzreporter Mai 3, 2010 13:08