Gehalts-Exzesse
Stammtischpolitik zu Weihnachten.
Die ganze Aufregung fing damit an, dass Bundespräsident Köhler die Höhe einschlägiger Manager-Gehälter kritisierte. Die Bundeskanzlerin, momentan Vollstreckungsgehilfin der Linken, sprang auf den Zug auf, und auch SPD-Chef Kurt Beck ließ nicht lange auf sich warten. Und dann ergab ein deftiges Wort das andere; aus renommierten Politikern wurden mal wieder Stammtischphilosophen. Zuletzt hat Bundestagspräsident Lammert sich eingemischt und die Gehälter der Bundesliga-Spieler gerügt. Bisher hatte das nämlich noch niemand gemacht.
Man kann zu diesen Gehältern stehen, wie man will – beschränken kann man sie jedenfalls nicht. Das würde den Gedanken der Leistungsgesellschaft gründlich torpedieren.
Fraglich ist aber auch, zu welchem Nutzen man uns diese Debatte im Vorweihnachts-Loch um die Ohren haut. Manch ein Politiker sollte, statt über das Gehalt eines erfolgreichen Porsche-Managers zu poltern, mal wieder sein eigenes rechtfertigen, indem er solide Politik macht, und nicht irrationale Ressentiments schürt. Die sogenannte Debatte ist, in dem Umfang und Ton jedenfalls, unnötig, und spielt letztlich nur einem in die Hände: Linke-Chef Lafontaine.
Ja, man kann zu den Managergehälter stehen wie man will, sie könnten gar nicht über ihre Verhältnisse leben, weil man so viel Geld gar nicht ausgeben kann.
Die Debatte kam wohl auf, weil man den Bürgern nicht mehr vermitteln kann, weshalb ein Mensch Millionen verdient und ein anderer zusätzlich von der ARGE Geld dazu bekommen muss. Diese Kluft wird als ungerecht empfunden.
Würde ein “normaler” Arbeitnehmer adäquat entlohnt werden, wären die Managergehälter für ihn uninteressant – er wäre ja mit SEINEM Lohn zufrieden.
Ich werde es wohl nie verstehen, weshalb ich heute soviel Geld wie vor 10 Jahre verdiene, dabei aber die Lebenserhaltungskosten und die Miete u.a. gestiegen sind. Diese Logik möchte einfach nicht in meinem Kopf.
Auch wenn ich durch den möglichen Streik der Zugführer betroffen sein werde, hoffe ich, dass sie ihre Ziele annähernd erreichen.
Wenn man sich die Arbeit, die Verantwortung und die Arbeitszeiten der Manager anguckt, denke ich, dass die Gehälter gerechtfertigt sind. Denn wenn man 14-16 Stunden sechs Tage die Woche arbeitet und weitreichende Entscheidungen treffen muss, die oft über etliche Millionen € und Arbeitsplätze entscheiden, dann kann man dafür auch entsprechend Gehalt verlangen. Zum anderen sollten die Gehaltsentscheidungen bei den Unternehmen liegen, wenn Herr Frenzel der TUI einige Millionen im Jahr wert ist, sollten es all den anderen egal sein.


