Die US-Regierung hatte ein Rettungsplan für die angeschlagene Finanzwirtschaft entworfen. Danach sollten 700 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung der Banken ausgegeben werden. Mit dem Geld sollten faule Kredite abgezahlt und die derzeitige Finanzkrise eingedämmt werden.
Während der Sitzung des US-Senatsausschuss zu diesem Thema wurde klar, dass das Programm in der Form nicht verabschiedet wird. Diesbezüglich standen gestern und stehen heute der Notenbankchef Ben Bernanke und der US-Finanzminister Henry Paulson vor diesem Gremium Rede und Antwort.

Das Capitol in Washington
Der Anfang der Krise in den USA nahm der Immobilien-Markt. Im Verlauf der Krise wurden die zwei Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac verstaatlicht. Die Investmentbank Lehman Brothers meldete Konkurs an und andere Banken wurden kurz vor dem Bankrott zu Schleuderpreisen von anderen Banken übernommen.
Viele der Hauseigentümer müssen nun ihr Eigenheim verkaufen. Die Demokraten forderten zunächst das Geld auch auf diese Personen zu verteilen. Doch inzwischen scheint es, als wäre der ganze Rettungsplan selbst nicht mehr zu retten. Einen “Blanco-Scheck” auszustellen verweigern nicht nur die Demokraten, auch im Lager der Republikaner wird der Widerstand größer.
Vielleicht sollte man sich in den USA wieder auf Mietwohnungen konzentrieren, obwohl das Mietrecht in den USA in manchen Gegenden selbst das Rauchen in der Mietwohnung untersagt. Der Traum von den eigenen vier Wänden scheint für viele Amerikaner nun erstmal ausgeträumt. [...mehr]

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Die am 6. Oktober erscheinende Autobiographie des zurückgetretenen SPD- Parteivorsitzenden Kurt Beck schlägt schon im Vorfeld große Wellen.
Der Verleger Pendo verzögerte die Veröffentlichung, da es wenig Sinn macht, dass Buch ohne das letzte Kapitel seines Putsches noch hinzuzufügen.
In seinem Werk soll Beck seinen designierten Nachfolger Müntefering kritisieren und mit seiner Partei abrechnen. Viele Menschen erhoffen sich Antworten zu finden, auf die vielen Fragen, die nach Becks Rücktritt geblieben sind.

Außerdem beschreibt Kurt Beck seine Kindheit, in der er es nicht immer leicht gehabt hat. Hänseleien in der Schule, schwere körperliche Arbeit auf dem Land und seine schwere Neurodermitiserkrankung in der Kindheit bis hin zu seiner Karriere in der Politik.
Wir dürfen gespannt sein, welche Verkaufszahlen das Werk von Beck erreichen wird. Sicher ist jedenfalls, dass es viele Leute interessieren dürfte, was der Mensch Kurt Beck zu seiner politischen Entmachtung zu sagen hat. [...mehr]

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Eine tragische Nachricht von gestern abend aus Berlin: Thomas Dörflein, bundesweit bekannt als Berlins beliebtester Tierpfleger und Knut-Papa, ist im Alter von 44 Jahren an einem Herzversagen gestorben.
Thomas Dörflein starb bei Freunden in Wilmersdorf. Er soll an Krebs gelitten haben, genaueres ist nicht bekannt.
Dörflein war durch den Rummel um seinen Eisbären-Zögling Knut in der ganzen Bundesrepublik und darüber hinaus berühmt geworden. Touristen strömten in den Berliner Zoo, um Fotos von Knut und Dörflein zu schießen, wenn das Tier mit seinem Pfleger herumtollte. Dabei war Dörflein ein bodenständiger Typ, der ganze Rummel um seine Person schien ihm unangenehm zu sein.
Es bleibt zu hoffen, dass sich Berlin seines Berliners des Jahres 2007 angemessen erinnert. Schließlich hat Dörflein in Sachen Popularität eine ganze Menge für den Zoo und die Stadt getan. [...mehr]

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Nach dem Ende vieler Banken in den USA und den daraus erwachsenen Krisen für die Weltwirtschaft, kommt nun das Ende der Trennung von Investment-Banken und der “normalen” Bankenholding in den USA.
In den USA hat die Krise zum Ende der Risikobanken geführt. Die US-Notenbank Federal Reserve hat dies nun bekannt gegeben. Investment-Banken in den USA hatten zuvor noch das Vorrecht risikoreiche Geschäfte abzuwickeln und damit zum Teil sehr hohe Gewinne einzufahren. Diese Banken hatten daher auch keine Privatkunden, die im Krisenfall mit in den Abwärtsstrudel gezogen werden könnten.

US-Notenbank Federal Reserve vergibt 700 Milliarden US-Dollar Hilfe
Im Gegenzug für das Ende dieser Freiheit, bekamen die zwei übrig gebliebenen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley zusätzliche Kredite um sich weiterhin zahlungsfähig zu geben. Die Finanzhilfe der US-Regierung hat ein Volumen von 700 Milliarden US-Dollar. [...mehr]

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Zuerst waren “Fannie Mae” und “Freddie Mac” Pleite und der Staat sprang ein. Dann war Lehman Brothers am Ende und wurde teilweise gerettet. Nun sind auch britische Banken und Investmentinstitute in den Abwärtsstrudel gefallen.
Die Bank Lloyd TSB kaufte die Halifax Bank of Scotland (HBOS) für 12,2 Milliarden Euro, da diese vor der Pleite stand. Bei der HBOS, die größte britische Investmentbank, lagen sogar Bedenken des Kartellamtes vor. Aber diese wurden von der oberster Regierungsstelle zerstreut. Vermutlich, weil die Regierung nicht finanziell einspringen wollte.
Auch in Deutschland wurde die Postbank verkauft und zwar an die Deutsche Bank. Zuvor war die Dresdner Bank von der Commerzbank aufgekauft worden. Bei diesen Übernahmen ging es um Milliardenbeträge, aber eigentlich nur ein Bruchteil dessen was diese Banken noch vor einem oder zwei Jahren wert waren.
Der Trend ist also offensichtlich, die großen Banken fressen die Kleinen. Die Folge ist nicht nur, dass massenweise Häusle-Bauer ihre Immobilien verkaufen müssen, wie dies in den USA vorexerziert wurde. Die Folge ist auch eine deutliche Veränderung der Bankenlandschaft. Aus dieser Banken-Krise werden nur ein Paar hervorgehen. Der Wettbewerb wird leiden und schließlich bleibt das bedrückende Gefühl eines George Orwells Romans.
Neu ist der Trend freilich nicht, denn auch Konzerne fusionieren schon seit längerem. Wobei es hier noch um die Erhöhung der Kurse auf dem Börsenindex ging, ist es bei den Banken exakt andersherum. Die Banken, hier wie in den USA, müssen verkaufen, um die Kurseinbrüche zu überwinden. Der Effekt ist jedoch derselbe. Immer größere Konzerngebilde halten immer mehr Geld in ihren Händen. [...mehr]

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Am vergangenen Wochenende kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Opposition und der Regierung. Evo Morales, der Präsident von Bolivien, trifft sich inzwischen wieder mit der Opposition zu Gesprächen.
Nach Gewaltausbrüchen im Departemento Pando in Bolivien sind 14 Menschen ums Leben kommen. Morales hat den Oppositionsführer Leopoldo Fernández dafür verantwortlich gemacht. Ihm wird vorgeworfen, Killer aus benachbarten Ländern engagiert zu haben um Regierungsanhänger töten zu lassen.

Inzwischen hat das Militär in den aufständischen Gebieten die Kontrolle wieder hergestellt. Der Konflikt besteht aus einem Verteilungskampf der Gelder in Bolivien. Die traditionell ärmeren Gebiete, die von den Indios bewohnt werden, sollen nach dem Willen des Präsidenten am Wohlstand des erdölreichen Landes beteiligt werden.
Die von der Opposition dominierten Gebiete in den das Öl den Wohlstand gefördert hat wollen diesen Beitrag nicht zahlen. Unter anderem werden 30 Prozent Steuer auf die Ölförderung verlangt, was die Renten aller Bolivianer sichern soll.
Seit Sonntag gibt es aber wieder Gespräche zwischen Morales und der Opposition. [...mehr]

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Ein 45jähriger Vater aus Polen hatte seine Tochter über sieben Jahre hinweg eingesperrt und vergewaltigt. Der Vater zeugte sogar zwei Kinder mit der heute 21jährigen, die er im Alter von 14 Jahren eingeschlossen hatte. Im Jahr 2005 und 2007 wurde sie von ihrem Vater schwanger und bekam die Kinder. Auf Druck ihres Vaters wurden diese zur Adoption freigegeben.
Erst vergangene Woche hatte die junge Frau den Mut gefasst mit ihrer Mutter zur Polizei zu gehen.

In der ostpolnischen Stadt Siemiatycze kam es zur Anzeige. Die Polizei, so berichtet die Bild – Zeitung, erklärte, dass der Vater das Leben der Tochter „zur Hölle“ machte.
Dies lässt den Vorfall in Österreich ins Gedächtnis rufen, als der 73jährige Josef Fritzl seine Tochter über 24 Jahre im Kellerverlies einsperrte und ebenfalls Kinder mit ihr zeugte. [...mehr]

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Am gestrigen Sonntag hatte Kurt Beck seinen Rücktritt als Bundesvorsitzender der SPD bekannt gegeben. Beck galt als der Mann, der die Partei zusammen halten sollte.
Er versuchte einen Spagat zwischen den Linken der Partei, die die Nahles an der Führungsspitze sehen wollen, und dem rechten Flügel. Deren gemeinsames Ziel summiert sich unter dem Stichwort: Agenda 2010. Jetzt wird Müntefering die Spitzenposition übernehmen. Steinmeier gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Kanzlerfrage, zählt aber, genau wie Müntefering, zu den Anhängern der Agenda 2010. Damit sind die Grabenkämpfe eröffnet, auch wenn nun alle den Zusammenhalt der Partei beschwören, spaltet sich die Partei immer mehr in beispielsweise Fragen zur sozialen Gerechtigkeit.
Einerseits steht die von Schröder proklamierte Agenda 2010 für einen Wirtschaftsaufschwung und die Verminderung der Arbeitslosenzahlen. Anderseits steht diese Politik auch für eine weitere Verschärfung des sozialen Friedens. Die Armutsberichte zeugen ebenso davon, wie die Tatsache, dass die Reichen reicher werden und die Armen ärmer. Genauso sehr wie die Zahlen bezüglich der Menschen, die einen Mini-Job haben und damit zwar nicht arbeitslos sind, aber doch an der Existenzgrenze leben. Dies hat auch den Nachteil, dass sie keine Sozialversicherung zahlen und in absehbarer Zukunft in die Altersarmut abrutschen, da die Rentenbeiträge für diese Menschen sehr gering ist.
Ob diese Problematik die SPD zu einem Phönix macht, oder ob sie die Partei splittet und entkräftet, bleibt abzuwarten. [...mehr]

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Die Vorbereitungen zu den US Wahlen sind in vollem Gange. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, John McCain, hat seine Vizepräsidentin nominiert.
Sarah Palin hielt am Mittwoch eine Rede, die als Gegenangriff sowohl auf die demokratische Gegenpartei, als auch auf die sehr aggressive Berichterstattung der Presse gestaltet war.
Die Reaktionen auf die Rede waren zumindest in den USA weitgehend einhellig: Denen hat sie’s gezeigt! Palin bewies rhetorisches Geschick und eine gute Intuition in der Auswahl ihrer Angriffspunkte. So stilisierte sie Obama zu einem unpersönlichen Karrieremenschen, der sich nicht nahe genug am Volk von Amerika bewege und machte insgesamt einen sehr guten Eindruck. Was in der allgemeinen republikanischen Euphorie unterzugehen drohte, war der Umstand, dass Palin sorgfältig vermied, abstrakte Themen anzusprechen.
Mit keinem Wort wurden die ökonomischen Probleme des Landes oder gar das außenpolitische Dilemma im Irak erwähnt. Die Themen, mit denen Obama Wahlkampf macht, wurden nicht berührt, stattdessen wurde das Image des Gegners auf äußerst raffinierte Weise angegriffen. Es ist klar, dass jemand, der vielleicht zweimal pro Woche die Politik Nachrichten verfolgt, sich von dieser Art Wahlkampf nur allzu gerne beeindrucken lässt. Natürlich wirkt Obama unsympathisch, wenn er von den Medien in Heilsbringer-Pose abgelichtet den “Wechsel” verkündet – zumindest aber konzentriert er sich auf die Themen, die in den USA wirklich zum Problem geworden sind. Armut und Krieg.
Palin hat sich in ihrer Rede zunächst auf die Verteidigung ihrer umstrittenen Nominierung an John McCains Seite konzentriert. Das ist gelungen, ob sie zu weltpolitischen Aussagen fähig ist, bleibt abzuwarten.
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Das 50jährige Bestehen der „Gorch Fock“, dem prominentesten Segelschulschiff in Deutschland, scheint unter keinem Stern zu stehen. In der vergangenen Nacht ist eine Offiziersanwärterin über Bord gegangen und wird seither vermisst.
Die 18jährige aus Nordrhein-Westfalen befand sich mit der „Gorch Fock“ auf einer Ausbildungsreise zwischen Kiel und Hamburg. Bei Windstärke sieben, was einer Windgeschwindigkeit von 60 km/h entspricht, sei die junge Frau gegen Mitternacht über Bord gegangen. Die Crew des Schulschiffes habe sofort Suchmaßnahmen eingeleitet, an der sich mittlerweile auch Schiffe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und der Bundespolizei.
Die 18jährige hatte wie auf der „Gorch Fock“ üblich keine Rettungsweste an. Bei momentan 17 Grad Wassertemperaturen in der Nordsee haben die Rettungskräfte die Hoffnung noch nicht aufgegeben, auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Rettung immer geringer wird. [...mehr]

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