Beiträge vom: Mai, 2008

Kategorie: International
30. Mai 2008

Angesichts der Globalisierung und zunehmenden Technisierung des Alltagslebens mag man es kaum glauben. Doch es gibt tatsächlich noch Stämme, die völlig isoliert von der so genannten Zivilisation leben und nie mit der Außenwelt in Kontakt kamen.

Eine brasilianische Regierungsbehörde, die sich mit dem Schutz von Ureinwohnerstämmen beschäftigt, veröffentlichte am Dienstag sensationelle Bilder aus dem brasilianisch- peruanischen Grenzgebiet. Darin sind rot bemalte Stammeskrieger zu sehen, die mit Pfeil und Bogen auf das Flugzeug schießen, von welchem aus die Fotos aufgenommen worden sind. Die brasilianische Regierung hat sich seit über 20 Jahren zur Aufgabe gesetzt, die in ihrem Land lebenden isolierten Stämme zu beobachten und schützen. Um ihnen die Autonomie und den Lebensraum nicht zu rauben, versucht man jegliche Kontaktaufnahme zu vermeiden. Die Fotos wurden gemacht, um die Existenz dieser Menschen und die Notwendigkeit deren Schutzes unter Beweis zu stellen.

Illegale Abholzungen bedrohen seit langem die von der Außenwelt abgeschnittenen Ureinwohner Brasiliens. Die internationale Organisation „Survival International“ schätzt die weltweite Anzahl der nichtkontaktierten beziehungsweise unentdeckten Stämme auf 100. Die meisten von ihnen Leben in den Urwäldern Brasiliens und Perus. Stephen Corry, Direktor von „Survival International“, betonte dass diese Völker aussterben könnten, wenn die Welt nicht aufwache und sich um dieses Problem kümmere. Falls man die internationale Kulturenvielfalt bewahren möchte, sollte diese Mahnung auf jeden Fall ernst genommen werden.    [...mehr]


Kategorie: Politik
30. Mai 2008

Die Angst vor Überflutungen im südwestchinesischen Erdbebengebiet wird immer größer, weshalb sich die Regierung entschlossen hat, rund 1,3 Millionen Menschen aus dem Gefahrengebiet zu evakuieren, um einer weiteren Katastrophe vorzubeugen.

Bilder vom Erdbeben in China:

Man befürchtet, dass einige Dämme, die beim Erdbeben vor rund zwei Wochen erheblich gelitten haben, nun endgültig brechen könnten. Weitere Regenfälle, die das Erdbebengebiet heimgesucht haben, verstärken die Gefahr weiter. Verzweifelt versuchen Einsatzkräfte mit kräftiger Maschinerie einen Kanal zu bauen, damit der Druck auf den Damm weiter abnimmt. Kräftige Regenfälle verhinderten jedoch den Transport von benötigten Materialien, weshalb sich der Bau weiter verzögert.

Würden die Dämme brechen, wäre ein Bevölkerungsanteil von über einer Million Menschen betroffen, weshalb die Regierung schon der vergangenen Woche begonnen hat, über 160.000 Menschen aus dem Katastrophengebiet zu evakuieren.

Bisher hat das Erdbeben in China und seine Folgen knapp 70.000 Menschen das Leben gekostet.    [...mehr]


Kategorie: International, Kommentar
29. Mai 2008

„If there’s something strange in the neighbourhood, who you gonna call, ghostbusters.” Ray Parker Jr. und sein „Ghostbusters” werden sich jetzt in das Gedächtnis einbrennen. Denn Jon Deese begibt sich in Florida auf Geisterjagd. Und das persönlich. Er, Jon Deese, nimmt die seelenlosen Geschöpfe in seine Gefangenschaft, um sie dann einfach zu verkaufen. Eine gläserne Flasche mit gespenstischem Inhalt kann für 12 Euro erworben werden. Werden die Flaschengeister hier über oder unter Wert verkauft? Das entscheidet sich allein mit dem Öffnen dieser Flasche oder besser, der Büchse der Pandora.

Diese merkwürdigen Ideen können auch nur die Amerikaner haben. Auch wenn Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, so lässt sich nicht verleugnen, dass manche Amerikaner einfach spinnen.    [...mehr]


Kategorie: Wirtschaft
29. Mai 2008

Tausende Bauern folgten dem Aufruf des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und stoppten ihre Milchlieferungen an den Einzelhandel. Damit protestieren sie gegen die niedrigen Milchpreise. Momentan liegt der Erzeugerpreis zwischen 27 und 25 Cent pro Liter. Angesichts der steigenden Nebenkosten ist das für die Bauer viel zu wenig. Sie fordern mindestens 40 Cent pro Liter.

Konsumenten wird geraten, sich in den nächsten Tagen mit genügend Milch zu versorgen, denn der Lieferboykott könnte sich schnell ausweiten. In einigen Regionen haben sich bis zu 90 Prozent der Lieferanten an dem Streik beteiligt. Die produzierte Milch wird nun vielerorts an das Vieh verfüttert. Der Vizechef des BDM, Stefan Mann, rechnet mit der Solidarität der Milcherzeuger benachbarter Länder. Aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Belgien und Luxemburg wurden bereits dementsprechende Unterstützungsbekundungen verlautbart.

Pressevertreter zeigen sich skeptisch über die Erfolgsaussichten des Protestes. Denn mächtige Einzelhandelsunternehmen wie Lidl und Aldi werden sich wohl kaum die Preise von kleinen Milcherzeugern diktieren lassen wollen. So sieht zum Beispiel die Neue Westfälische die Bauern „am kürzesten aller denkbaren Hebel, eingekeilt zwischen mächtigen Handelskonzernen, sehr sparsamen Verbrauchern, zyklischen Weltmärkten und einer unentschlossenen Agrarpolitik.“ Auch für die Berliner Morgenpost handelt es sich bei diesem Streik um einen Kampf David gegen Goliath, da die Milchlieferanten damit rechnen müssen, später für ihre Aktionen bestraft zu werden. Wenigstens gelang es ihnen jetzt, medial auf dieses Problem aufmerksam zu machen.

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Kategorie: International, Medien
29. Mai 2008

Er wollte einfach eine kleine Zigarettenpause einlegen. Und sein Schicksal sollte besiegelt werden. Nicholas White musste einen Moment erleben, der nicht erlebt werden will. Nämlich in einem Fahrstuhl stecken zu bleiben. Und Nicholas White blieb in einem Fahrstuhl stecken. Und das für lange 41 Stunden. Er spricht in die Sprechanlage, er betätigt den Alarm, er schreit um Hilfe, aber gehört wird er nicht. Er ist allein, allein mit seinen Zigaretten und Anti-Sodbrennen-Tabletten. Nach 13 Stunden scheint eine Befreiung in greifbarer Nähe, aber auch die arbeitenden Techniker wollen ihn nicht hören. Diese dramatischen Szenen ereigneten sich tatsächlich am 15. Oktober 1999 im McGraw-Hill Building in New York. Auch wenn diese Geschehnisse fast neun Jahre zurückliegen, so erlebt Nicholas White heute seine 15 Minuten Ruhm. Denn seine Leidenszeit wurde in einem dreiminütigen Film zusammengefasst, so die Süddeutsche Zeitung.

Über drei Millionen Menschen haben die Leiden des Nicholas White über YouTube gesehen. Aber diese drei Minuten machen aus einer beklemmenden Situation ein unterhaltendes Ereignis. Denn Schadenfreude ist die beste Freude.    [...mehr]


Kategorie: International
29. Mai 2008

Die britische Kinderschutzorganisation „Save the Children“ wirft in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht UNO- Personal schweren sexuellen Kindesmissbrauch vor. Eine von der Organisation durchgeführte Studie in den Krisenländern Haiti, der Elfenbeinküste und dem Kongo kam zu diesem erschreckenden Ergebnis.

Die Befragten in diesen Ländern sagten aus, dass Ihnen Lebensmittel teilweise nur dann ausgehändigt wurden, wenn sie zu sexuellen Handlungen mit dem UNO-Personal bereit waren. Heather Kerr, die Landesdirektorin von „Save the Children“ in der Elfenbeinküste erklärte am Dienstag gegenüber BBC, dass auch Fälle von Kinderpornographie und Vergewaltigungen keine Seltenheit sind. Dabei handelt es sich bei den jüngsten Opfer um sechsjährige Kinder!

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte seine Besorgnis über den Bericht und beteuerte, härter gegen dieses erst zunehmende Problem vorgehen zu wollen. Die UNO- Mitarbeiter wolle man daher in Zukunft besser ausgebilden und strenger überwachen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Worte des Generalsekretärs nicht nur leere Phrasen bleiben. Denn es ist nicht das erste mal, dass über solche Vorfälle berichtet wurde. Wenn die UNO ihre Glaubwürdigkeit als friedenserhaltende Hilfsorganisation nicht endgültig verspielen will, sollte sie tatsächlich intensiv gegen diesen abscheulichen Machtmissbrauch vorgehen und die menschenverachtenden Täter hart bestrafen.    [...mehr]


Kategorie: International, Politik
28. Mai 2008

Erdogan © wikipedia

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan stellte gestern in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir ein milliardenschweres Armutbekämpfungsprogramm für das wirtschaftlich heruntergekommene Kurdengebiet vor. Das Hilfspaket sieht eine Finanzspritze zur Verbesserung der Infrastruktur und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Höhe von 12 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2012 vor.

Durch diese Maßnahme erhofft sich die türkische Regierung neue Impulse im Kampf gegen die von der Türkei, EU und USA als terroristische Vereinigung eingestufte kurdische Arbeiterpartei PKK. Dieser Schritt stellt insofern einen Kurswechsel der türkischen Kurdenpolitik dar, als Erdogan in Vergangenheit immer wieder durch stark kämpferische Drohgebärden die PKK einzuschüchtern versuchte. Wie Spiegel Online berichtete gab er nun am Dienstag bekannt, dass ein Umfeld aus Wohlstand und Freiheit der größte Feind des Terrorismus sei.

Hinter diesem “pazifistischen Wandel” dürften auch politikstrategische Überlegungen stecken. Erdogans Partei AKP könnte durch diese Maßnahme kurdische Wählerstimmen für sich gewinnen. Außerdem wirkt es wie eine taktische Maßnahme im Hinblick auf Türkeis Ambitionen, der EU beizutreten. Bei allem Respekt gegenüber Erdogans Abisichten bleibt abzuwarten, in wie weit das gut klingende Programm tatsächlich umgesetzt wird.    [...mehr]


Kategorie: Leben
27. Mai 2008

Sommer in Deutschland flickr ©treyevan

Laut den Meteorologen wird Deutschland am kommenden Wochenende mit „Hoch Otto“ verwöhnt werden. Die erste Hitzewelle des Jahres soll Temperaturen von über 30 Grad in unsere Breiten bringen. Ursache hierfür ist die heiße Sahara-Luft, die Hoch mit sich führt.

Wer also am kommenden Wochenende noch keine konkreten Pläne hatte, kann nun einen gemütlichen Badeurlaub einplanen. Die Freibäder werden angesichts von angekündigten Temperaturen von über 30 Grad einen unglaublichen Ansturm erfahren und die Eiscafés regelrecht überrannt werden. Bereits am Donnerstag erreicht das Hoch die Mitte Deutschlands und lagert während des Wochenendes über dem Osten. Etwas Abkühlung gibt es entlang der Küste, wo die Temperaturen lediglich bei 25 Grad liegen sollen.

Einziger Wehmutstropfen sind die folgenden Gewitter, die im Anschluss an die heißen Temperaturen über das Land ziehen.    [...mehr]


Kategorie: International, Politik
27. Mai 2008

Dass Israel in Besitz von Atomwaffen ist, weiß im Prinzip jeder, der sich ein bisschen mit diesem Land auseinander gesetzt hat. Offiziell wurde dies aber nie zugegeben und so sprach dies auch kein westlicher Politiker an- zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Jimmy Carter, Präsident der USA zwischen 1977 und 1981, brach nun dieses Tabu als er bei einer Messe für politische Bücher in Wales erklärte, dass Israel seiner Einschätzung nach circa 150 Atomwaffen habe.

Nun machen sich Diplomaten Sorgen, dass sich dies negativ auf die ohne hin schon äußerst schwierigen Friedensbemühungen im Nahen Osten auswirken könnte. Denn das stellt für die arabischen Staaten und den Iran eine willkommene Rechtfertigung für feindliche Aktivitäten gegenüber dem jüdischen Staat. Der Westen wirft dem Iran vor, den Besitz von Nuklearwaffen anzustreben und versucht ihn mit diplomatischen Mitteln davon anzubringen. Der frühere französische Präsident Jacques Chirac und jüngst Hillary Clinton deuteten sogar einen Einsatz von Gewalt gegenüber dem islamischen Staat als eine mögliche Option an.

Wie lassen sich nun angesichts des Atomwaffenarsenals Israels solche Vorwürfe und Drohungen rechtfertigen? Das Argument, dass nukleare Waffen bei Ländern wie Israel, Frankreich und den USA in besseren Händen seien als in Iran oder beispielsweise Nordkorea, liegt für viele Menschen in Europa und Nordamerika auf der Hand. Allerdings besteht bei dieser Argumentation die Gefahr, islamische Länder und die Menschen, die dort leben, zu beleidigen und sie als moralisch unterlegen darzustellen. Angesichts der äußerst angespannten Lage im nahen Osten darf solch ein Risiko nicht eingegangen werden.    [...mehr]


Kategorie: Wirtschaft
26. Mai 2008

Die Preiserhöhungen von Benzin und Öl sind noch nicht einmal verdaut, da ist beim deutschen Gasimporteur Eon Ruhrgas von einem Zuschlag von 25 Prozent ab Juli diesen Jahres die Rede. Er wird dann sicher nicht lange dauern und viele Stadtwerke werden auch ihre Preise anziehen, denn sie beziehen das Gas von Eon.

Gas © ul Marga

Direkt Stellung bezieht man von Seiten Eon Ruhrgas nicht zu diesen Behauptungen. Über den tatsächlichen Erhöhungssatz und konkrete Preise wird auch noch beharrlich geschwiegen. Fraglich ist auch in welchem Maße der Endverbraucher dies zu spüren bekommen wird.Money © randeclip

Geht es nach Meinung von Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftforschung (DIW), dann wird Gas bis Jahresende noch um weitere zehn Prozent teurer werden, was auch an dem hohen Stand der aktuellen Ölpreise liegt bzw. gebunden ist. Die Preise der Ölbeschaffung sind rapide gestiegen, denn das Erdgas ist im Gegesatz zum Erdöl in der Beschaffung nur in geringeren Mengen vorhanden, da es in wenig Ländern produziert wird.

Es werden sogar Vorwürfe laut, dass gegen Eon und RWE Kartellverfahren angestrebt werden, weil die Unternehmen scheinbar bewusst die Gaskapazitäten und deren Investitionen zurückhalten sollen.    [...mehr]


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