Eigentlich mag man es schon gar nicht mehr lesen – die Geschichten um kahlgeschorene Köpfe, Sorgerechtsstreit, Alkohol am Steuer oder ohne Unterwäsche aus dem Auto steigen. Trotzdem befällt einem immer wieder das blanke Entsetzen über jene Aktionen, mit welchen die einst so gefeierte Popprinzessin in die Öffentlichkeit tritt.
Gestern war es wieder einmal soweit – ein Polizeihubschrauber, Blaulicht, Krankenwagen und zahlreiche Einsatzwagen der Polizei bahnten sich den Weg zum Haus von Miss Spears. Minutenlang versuchten Polizisten den Star zum Öffnen der Tür zu veranlassen, um die Kinder Jayden James, 1, und Sean Preston, 2, zu ihrem Vater bringen zu können. Etwas später konnten die Kinder unbeschadet zum Haus der Vaters gebracht werden, währenddessen Britney Spears auf einer Trage in einen Krankenwagen befördert wurde. Sie soll unter erheblichen Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden haben, berichten mehrere Nachrichtenportale.
Bei der neutralen Betrachtung schwankt man zwischen Mitleid und Abscheu. Hat sie denn überhaupt keine Freunde mehr, die ihr in solchen Situationen helfen könnten? Die regelmäßige Selbstzerstörung kann doch nicht auf Dummheit beruhen, oder doch? Fakt ist jedenfalls, desto abstoßender die Bilder von Miss Spears sind, umso mehr Geld gibt es für die Fotographen, da ist es nicht verwunderlich, dass regelrecht Jagd gemacht wird. Aber dieser Situation ist sich Britney Spears seit ihrem kometenhaften Aufstieg bewusst und wusste diese Tatsache am Beginn ihrer Karriere geschickt zu nutzen. Inzwischen scheint ihr alles egal zu sein, auch dass Radiosender schon makaber über den Zeitpunkt ihres Freitods diskutieren.
Der ehemals so gefeierte Popstar ist nur noch eine einsame und unglückliche junge Frau, der wohl kaum noch zu helfen ist. Ähnlich wie bei vielen anderen Helden wird wenigsten der Abstieg der Britney Spears von der Klatschpresse minutiös dokumentiert. [...mehr]

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Was ist Olaf Scholz froh, dass er im vergangenen Jahr den Ministerposten für Arbeit und Soziales übernommen hat. So hatte er die wunderbare Aufgabe ein Rekordjahr in Sachen Arbeitslosigkeit zu verkünden und tat dies mit stolz geschwellter Brust.
Seit über 15 Jahren war die Zahl der Arbeitslosen nicht mehr so niedrig wie im Dezember 2007. Die Bundesagentur für Arbeit meldete lediglich 3,4 Millionen Arbeitslose, was m Vergleich zum Vorjahr bedeutete, dass es 600.000 Arbeitslose weniger gab, als 2006. Über das ganze Jahr hinweg gesehen, war es mit 711.000 Arbeitslosen weniger der größte Rückgang seit Bestehen der Bundesrepublik. Auch die Zahl der Erwerbstätigen befindet sich mit über 39 Millionen auf dem höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Bei so vielen Rekorden aus den verschiedensten Blickwinkeln der Statistik, ist man letztendlich doch froh, dass der Aufschwung endlich den Arbeitsmarkt erreicht hat.
Im Rausch der guten Nachrichten ist gestern eine Sendung auf RTL untergegangen, die eine ganz andere Realität gezeigt hat. Wenn man zuvor die Nachrichtensendungen verfolgt hat, muss man sich gefragt haben, zu welchem Zeitpunkt die neue Doku-Soap „Die Arbeitsbeschaffer“ gedreht wurde. Das müssen gefühlt gleich Jahre gewesen sein. In der gestrigen Folge ging es darum, dass ein motivierter privater Arbeitsvermittler die Familie Jahn aus Halle ins Arbeitsleben zurückholen wollte. Das Problem der Familie hat der Autor des Spiegel-online Artikels Reinhard Mohr treffend auf den Punkt gebracht: „Eine nett eingerichtete Wohnung im Hallenser Plattenbau, in der sich die inzwischen auch im Osten üblich gewordene Patchwork-Familie den Tag vertreibt. Das Problem: Niemand hat Arbeit oder einen Ausbildungsplatz. Seit 2001 geht das nun schon so, und vor allem bei Vater Rainer Jahn haben sich jahrelange Kränkung, Passivität und Perspektivlosigkeit tief ins Gesicht eingegraben.“
Es ist wirklich unglaublich, wie es RTL gelungen ist, die tollen Nachrichten der Bundesagentur für Arbeit ad absurdum zu führen. Die neugewonnene Euphorie weicht Entsetzen und Wut über soviel Tristesse und sich Ergeben in seinem Schicksal. Am Ende kann man froh sein, dass es dem engagierten Arbeitsvermittler gelingt, der Tochter einen Ausbildungsplatz zu ermöglichen. Das Bild, mit welchem sich die Familie Jahn gestern in Köpfen vieler Menschen manifestiert hat, wird auch mit weiteren positiven Nachrichten über Jahre hinweg nicht vertreiben lassen. [...mehr]

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