Beiträge vom: Januar, 2008

Kategorie: Leben
31. Januar 2008

Noch in der vergangenen Woche haben wir über das Phänomen DSDS berichtet, in welcher skurrile „Künstler“ zu Deutschlands neuem Superstar mutieren möchten. In diesem Zusammenhang haben wir auch das Video von Raimund vorgestellt, der in der Vorwoche nach seiner Präsentation zusammen gebrochen war.

Allerdings waren die langfristigen Folgen seines Auftrittes zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar – Raimund muss inzwischen psychologisch behandelt, weil er unmittelbar nach seinem Fernsehauftritt mit Telefonanrufen bombardiert und sogar zu Hause von Fremden für sein Gesang attackiert wurde. Dies geht natürlich zu weit, wenn aus Fremdschämen auf der eigenen Couch ein gezieltes Mobbing wird. Den Kandidaten hätte es natürlich nach der vierten Auflage von DSDS durchaus bewusst sein müssen, dass ihre Auftritte im medialen Zeitalter für immer im virtuellen Netz kursieren werden, dass dies jedoch derartige Formen annimmt… Trotzdem zieht die Sucht nach medialem Ruhm die Leute immer wieder vor die Kamera.

An dieser Stelle muss eigentlich eine Kontrollfunktion seitens Vertrauenspersonen erfolgen. Die Ehrlichkeit, dem „kommenden Superstar“ die offensichtlich schwachsinnige Idee auszutreiben, muss in jeder Eltern-Kind oder freundschaftlichen Beziehung gegeben sein. RTL hingegen wird sich hüten, solche Kandidaten zu sondieren, denn hiervon lebt die DSDS-Maschinerie. Und Herrn Bohlen den Vorwurf zu machen, mit seinen Sprüchen jene Entwicklung zu unterstützen, ist mehr als oberflächlich. Im Gegenteil, er füllt jene Position aus, die andere im Vorfeld schon hätten einnehmen sollen.

Man muss an dieser Stelle auch an die Vernunft der Menschen appellieren. Ich denke, die verunglimpften Personen sind auf Jahre mit ihrem Auftritt gestraft und sollten keinesfalls unter weiterem Mobbing leiden.    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Leben, Medien
31. Januar 2008

Im Moment kommt es wirklich Schlag auf Schlag. Gestern noch weist eine Studie die positive Korrelation zwischen Übergewicht und, salopp ausgedrückt, Dummheit nach. Heute macht der Alkohol Schlagzeilen.

In Ulm ist ein Mediziner, nachdem er einem Patienten ein neues Hüftgelenk eingesetzt hatte, bewusstlos zusammengebrochen. Der “Bild”-Zeitung zufolge hatte er etwa 2,4 Promille Alkohol im Blut. “Von dem Promille-Wert weiß ich nichts.”, zitiert “Spiegel Online” den 58-jährigen Professor, “aber den Alkohol im Blut bestreite ich nicht. Das war wohl Restalkohol.” Er habe sich inzwischen bei der Ärztekammer selbst angezeigt und sich “eine Auszeit verordnet”. Immerhin: Die Operation scheint erfolgreich gewesen zu sein.

Mit dem Alkohol muss man’s eben vorsichtig angehen. Sollte der Arzt seine Zulassung verlieren, dann könnte er sich womöglich in Hugo Egon Balders neuem Show-Konzept einrichten: Der Entertainer träumt von einer Talkshow mit dem Titel “Der Klügere kippt nach“. Balders Idee: In der Sendung werde “gebechert und über aktuelle politische Themen diskutiert. Etwa: Brauchen wir ein neues Jugendstrafrecht?”.

Wie zum Teufel soll man solche Neuigkeiten nüchtern verkraften?    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Medien
30. Januar 2008

Man möchte derzeit kein Eisbär sein in deutschen Zoos.

Besonders kein junger, der im Blitzlichtgewitter aufwachsen muss. Die öffentliche Anteilnahme am Leben eines jeden Polarbären unter 1 erreicht zusehends groteseke Ausmaße: So wusste eine große Berliner Zeitung in der vergangenen Woche zu berichten, es sei gut möglich, dass Knut an Aufmerksamkeitsdefizit leide und deshalb – ähnlich Britney Spears – den ein oder anderen Ausraster haben könnte. Von Sucht ganz zu schweigen.

Nun. Immerhin wird Knut (1) den Rummel um seine Person bald hinter sich haben: Ausgewachsene Eisbären sind nicht so niedlich. Eine Weile wird das Knut-Fieber freilich noch anhalten, immerhin wird’s einen Film über das kleine Raubtier geben. Wer jetzt schon genervt ist, der kann den süßen Fratz auch notschlachten.

Welch unerwartetes Glück bescherte da Flockes Geburt der deutschen Öffentlichkeit! Flocke ist nicht nur viel niedlicher als ihr blutrünstiger Cousin aus Berlin, sie hat auch schon ihren eigenen Blog. Eisbär 2.0 eben. Das ist viel hipper als so ein oller Kinofilm.

Auch nicht schlecht: Ein eigener Song. Knut hatte etliche. Flocke hat nun auch einen, er heißt “Fli-Fla-Flocke”. Moment mal! Das klingt ja wie … Jawohl! Aus dem Schnappi-Lied wurde ein Flocke-Song!

Aufgrund der ungeklärten Rechtslage (ist es ein Krokodilsong mit Eisbärtext oder umgekehrt?) wage ich nicht, den Song hier einzustellen. Stattdessen ein Video, das den kleinen Eisbär in seiner ganzen, äh, Pracht zeigt:



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Kategorie: International
29. Januar 2008

Damit hatte im Reich der Mitte nun wirklich keiner gerechnet. Kurz vor dem Beginn des chinesischen Neujahrsfestes am 6. Februar ist ein Schneechaos über China hereingebrochen, das Tausende in Zügen, am Flughafen und anderen Orten festhält. Die Crux an dem ganzen Chaos ist, dass es in manchen Regionen keine Räumfahrzeuge oder ähnliches gibt, um den Schnee zu räumen, weil es dort seit Jahren nicht mehr geschneit hat.

Gerade zum Neujahrsfest begeben sich zahlreiche Arbeiter auf den Weg in die Heimat, um gemeinsam mit ihren Familien das Jahr der Ratte zu begrüßen. An den Flughäfen drängen sich die Massen, so dass man sich gezwungen sah, die Polizei zur Herstellung der öffentlichen Ordnung einzusetzen. Desto länger das Schneechaos anhält, umso dramatischer wird auch die Versorgung mit dem Notwendigsten. Strom, Wasser und andere überlebenswichtige Rohstoffe gehen in vielen Regionen aus, Lebensmittel werden knapp und deren Preise explodieren in den vergangenen Tagen. Unter der massiven Schneelast brechen immer wieder Stromleitungen und Gebäude zusammen, die dann für weiteres Chaos in den einzelnen Provinzen sorgen. Da in den nächsten Tagen kaum Aussicht auf Besserung besteht, haben viele Reisende schon die Hoffnung begraben müssen, rechtzeitig zum Fest zu Hause zu sein. Oftmals sind die Arbeiter auch ohne die Wetterkapriolen mehrere Tage unterwegs, um in ihre Heimatorte zu gelangen.

Die chinesische Regierung ist natürlich bemüht, das Chaos harmlos erscheinen zu lassen, schließlich hätte eine solche Katastrophe eine fatale Außenwirkung in Hinsicht auf die Olympischen Spiele in Peking.    [...mehr]


Kategorie: Politik
28. Januar 2008

“Die Sozialdemokratie ist wieder da!”, erklärte eine siegestrunkene Andrea Ypsilanti am gestrigen Abend, und fügte frech hinzu: “Das gilt auch für die Bundesebene, meine Damen und Herren.”

Tatsächlich ist das Ergebnis, das die hessische SPD erzielt hat, eindrucksvoll; wenn auch sie nach Zahlen hinter Roland Kochs CDU zurückbleibt: Den letzten Hochrechnungen zufolge erreichte die CDU 36,8%, die SPD 36,7%. Diese Ergebnisse sind, angesichts einer Wahlbeteiligung von lediglich 64,4%, eigentlich nicht besonders gut.

Aber nach diesem Wahlkampf konnte man kaum etwas anderes erwarten. Kochs populistische Parolen scheinen dem Gedanken entwachsen, dass es in Zeiten einer Großen Koalition auf Bundesebene klarer Worte bedarf, wenn eine Partei sich profilieren möchte. Profiliert hat er sich ohne Zweifel; allerdings um den Preis seiner Macht. Übrigens sieht der berüchtigte PI-Blog – immer gut für ein paar Ressentiments – in Kochs Niederlage einen “Sieg der linken Medien“. Rührend.

Die CDU – 2003 errang sie noch die absolute Mehrheit – musste über zwölf Prozentpunkte gegenüber dem letzten Landtagswahlkampf einbüßen. Das ist deutlich.

Ebenso eindeutig fällt das Votum pro SPD aus: Noch vor wenigen Monaten hätte niemand der Ypsilanti-Partei zugetraut, es mit dem vermeintlich unantastbaren Roland Koch aufzunehmen. Sie haben sich getäuscht: Die Gewinne der SPD lassen sich durchaus als die Verluste der CDU verstehen.

Wobei man sich fragen muss, ob der Wähler nur Roland Koch für seinen populistischen Wahlkampf abstrafen wollte: Der Sieg der Hessen-SPD droht empfindliche Folgen auf Bundesebene zu haben – wie Frau Ypsilanti am gestrigen Abend bereits andeutete. Mit anderen Worten: Der vielbeobachtete “Linksruck” scheint vom Wähler bestätigt zu werden. Es steht zu befürchten, dass die Bundes-SPD sich vermehrt von ihrer Reform-Agenda abwenden und – um der anstehenden Wahlkämpfe Willen – dem allumsorgenden Sozialstaatsmodell der späten Siebziger zuwenden wird.

Man kann Herrn Clement seine offene Kritik kaum verdenken.    [...mehr]


Kategorie: Leben
27. Januar 2008

In den letzten Tagen konnte man das Bild eines Mannes in den Medien finden, dessen Zeit als aktiver Politiker (mit Amt…) schon mehr als zwanzig Jahre zurückliegt. Was nicht heißen soll, dass er seitdem nichts tut – im Gegenteil: Helmut Schmidt arbeitet wie eh und je, wie unter Anderem der beeindruckende Dokumentarfilm “Helmut Schmidt außer Dienst” von Sandra Maischberger und Jan Kerhart beweist.

Darin finden sich auch ein paar aussagekräftige Sätze zu dem Thema, dessentwegen der Altkanzler sich zurzeit wieder breiten öffentlichen Interesses erfreut: Das Rauchen.

Schmidt und seine Frau Loki waren in der vergangenen Woche von einer Nichtraucher-Vereinigung angezeigt worden, weil sie bei einem Neujahrsempfang in Hamburg geraucht hatten. Die “taz”, selten um Worte verlegen, erklärte die beiden zu “Raucher-Ikonen“. Der Staatsanwaltschaft schien die ganze Sache eher lästig, und sie legte die Anzeige schnell zu den Akten. Ohnehin wage ich zu bezweifeln, dass Schmidt zum Nichtrauchen zu bewegen wäre

Maischberger: “Gibt es einen Ort, wo Sie sich an das Rauchverbot halten?”

Schmidt: “Ja. Dort, wo es feuerpolizeilich geboten ist – da ja.”

Diese Frage stellt die wackere Journalistin ihm in New York, wo er sich in einem Café ungerührt eine seiner Menthol-Zigaretten anzündet. Woraufhin ein Mitarbeiter unauffällig verschwindet, um die Sache mal eben zu klären. Kurze Zeit später kommt ein Kellner und bringt Schmidt einen Aschenbecher …

Immerhin: Zu einer Podiumsdiskussion am vergangenen Samstag erschien Schmidt ohne Zigaretten – wenn auch mit Schnupftabak.

Schmidts Frau Loki (hätten Sie gedacht, dass das für “Hannelore” steht?) hat übrigens jüngst erklärt, dass ihnen inzwischen sogar die Ärzte davon abraten, das Rauchen aufzugeben: Der damit einhergehende Stress sei unzumutbar.    [...mehr]


Kategorie: Leben
24. Januar 2008

RTL hat es wieder getan – das Quotenschiff des Kölner Senders wurde zum 5. Mal aus der Schublade geholt, um Deutschland zu belustigen und den Durst nach Selbstdarstellung zu stillen.

Wie immer steht über allem der selbsternannte Messias der Musikbranche Dieter Bohlen, der gerne verborgene Talente in Deutschland zu Tage fördern möchte. Da er sich in der letzten Staffel nicht mit Heinz Henn auf gemeinsame Kandidaten einigen konnte, hat man diesen einfach durch einen ebenfalls glatzköpfigen Juror ersetzt. Andreas Läsker, der einst die Fantastischen Vier entdeckt hat, vervollständigt die Jury von DSDS – also ist zumindest optisch alles gleich geblieben. Auch inhaltlich hat sich nichts verändert, warum auch? Teilweise völlig talentfreie Menschen versuchen den Macho Bohlen von ihren Sangeskünsten zu überzeugen, ernten dafür Hohn und Spott, und das in der gesamten Republik. Wer sich schon nicht bewirbt, der möchte sich eben gerne „Fremdschämen“! Dass hierbei Menschen auf der Strecke bleiben, wie gestern der 17-Jährige Raimund, der nach seinem „Gesang“ fassungslos zusammenbrach und jeden Rückblick auf die Staffel füllen wird, spielt eher eine untergeordnete Rolle. Man kann sich am Leid anderer Leute einfach nicht satt sehen und solange dies funktioniert, wird es DSDS geben.    [...mehr]


Kategorie: Politik, Wirtschaft
24. Januar 2008

Der Präsident von Nokia, Oli-Pekka Kallasvuo, hat sich in einem Interview zur geplanten Schließung des Bochumer Standortes geäußert.

Kallasvuo, 54 Jahre alt, hat bei Nokia eine beeindruckende Karriere hingelegt: Anfang der Achtziger stieg er als Justiziar in das Unternehmen ein, 1990 war er bereits Senior Vizepräsident der Finanzabteilung, 1992 Stellvertretender Vorsitzender. Seit 2005 ist er Präsident des finnischen Unternehmens.

In einem Interview mit der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” äußerte sich Kallasvuo zu den Plänen, das Bochumer Werk zu schließen. Er unterstreicht, dass der Standort nicht wettbewerbsfähig sei. Die Entscheidung sei “nach sehr sorgfältiger Prüfung” gefallen. Während der durchschnittlicher Verkaufspreis eines Mobiltelefons in den vergangenen Jahren um rund 35 Prozent gesunken sei, seien die “Arbeitskosten in Deutschland um 20 Prozent gestiegen”. Die Produktion soll nach Ungarn, Finnland und Rumänien verlagert werden.

Von der Schließung des Werks werden voraussichtlich rund 2.000 Mitarbeiter und 800 Leiharbeiter betroffen sein; außerdem mehrere mit der Logistik betraute Unternehmen. Der finnische Handy-Produzent gab die Pläne zur Werksschließung am 15. Januar 2008 bekannt. Politik, Gewerkschaften und Presse kritisierten die Entscheidung – zumal Nokia in den Neunzigern Fördergelder der Europäischen Union erhalten habe. Das Bochumer Werk war, ehe es von Nokia 1988 übernommen wurde, eine der modernsten Fernsehfabriken Europas. Kallasvuo erklärt, Nokia habe “Zuschüsse für die Umrüstung der Fernsehproduktion in den Neunzigern erhalten. Danach nicht mehr”. Anders ausgedrückt: Bei den Zuschüssen handelte es sich um eine Aufwandsentschädigung. Das Unternehmen selbst habe, erklärte der Präsident, seit 1994 rund 600 Millionen Euro in den Standort investiert.

Mit Bad Homburg und Ulm bleiben zwei deutsche Standorte, an denen der finnische Konzern Mobiltelefone entwickeln lässt. Die Schließung des Bochumer Werks, soviel macht Kallasvuo klar, sei zwangsläufig. Dennoch protestieren die betroffenen Mitarbeiter weiter, wie zuletzt gestern:

Trotz der negativen Reaktionen erklärt sich Kallasvuo bereit, “mit den Betroffenen [zu] diskutieren und wirklich nach Lösungen [zu] suchen”. Auch habe er durchaus Verständnis für die derzeitige Kritik. Allerdings warne er davor, Nokia an den Pranger zu stellen – schließlich gebe es derzeit kein anderes Unternehmen, das in Deutschland Handys produziere. “Der Verbraucher”, so Kallasvuo, “wird keine Chance haben, ein Handy “Made in Germany” von einem anderen Hersteller zu kaufen”.    [...mehr]


Kategorie: Boulevard, Medien
23. Januar 2008

Der “Bild”-Zeitung liegt ein Video vor, auf dem DJ Tomekk den Hitlergruß zeigt und die erste Strophe des Deutschlandliedes singt, anschließend erklärt er: “So viele Ausländer hier im Haus”.

Aufgenommen am Tag der Abreise ins australische Dschungelcamp, Drehort von “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!”. Das ist eine Art Auffangbecken für Exhibitionisten, die mal, im weitesten Sinne, prominent waren. Sie unterziehen sich bizarren Prüfungen, leben unter Zeltlager-Bedingungen, die Zuschauer wählen immer mal wieder jemanden raus, am Ende gibt’s einen Dschungelkönig. Die Einschaltquoten sind phänomenal; nicht zuletzt aufgrund der ausführlichen Berichterstattung diverser Springer-Blätter.

Wir haben ein Video entdeckt – eine Art Bewerbungsfilm -, auf welchem Tomekk eine Spinne verspeist. Er beweist darin alle Eigenschaften, die ein Dschungelkandidat haben sollte: Exhibitionismus und ein hoher Fremdschäm-Faktor.

Eigentlich der perfekte Kandidat, sollte man meinen. Aber in Krisensituationen erweist sich RTL (wie übrigens auch “Bild”) stets als aufrechter, moralisch gefestigter Sender: DJ Tomekk musste das Dschungelcamp gestern verlassen. Warum eigentlich? “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!” macht den Tabubruch zum Konzept – da ist der Hitlergruß doch vorzügliche Promotion. (Zumal Tomekk, ein Hip-Hop-DJ, eigentlich nicht im Verdacht steht, mit rechtem Gedankengut zu kokettieren.)

In der vergangenen Woche verließ die ehemalige “Deutschland sucht den Superstar”-Kandidatin Lisa Bund krankheitsbedingt das Lager, kurz darauf folgte der Moderator Björn-Hergen Schimpf – beide gingen freiwillig. RTL sollte darauf achten, dass noch ein paar Leute im Camp bleiben. Tierdokumentationen erzielen nämlich deutlich geringere Einschaltquoten.    [...mehr]


Kategorie: Leben
22. Januar 2008

Scientology und Tom Cruise – kein Thema beherrscht momentan mehr den Klatschteil der Gazetten als die Rolle des Hollywood-Stars in der Rangfolge der Scientology-Sekte. Ein im Internet aufgetauchtes Video zeigt den Star bei einer Rede vor versammelten Scientologen und irgendwie erinnerte es so manchen deutschen Staatsbürger an eine zurückliegende Zeit:

Die Nachrichten um Tom Cruise werden immer obskurer und suspekter. Ein Buchautor, den Cruise inzwischen selbstverständlich mit einer Klage versehen hat, behauptete kürzlich, dass der Hollywood-Star inzwischen den zweiten Rang in der Scientology-Sekte hinter dem Gründer Ron Hubbard einnehme. Während Cruise mit folgenden Sätzen an die Öffentlichkeit tritt. „Es ist ein Privileg, sich Scientologe zu nennen, und es ist etwas, das man sich verdienen muss“, dementiert Scientology die Version des Autors und bezeichnet Cruise lediglich als normales Kirchenmitglied.

Um sich der ganzen Ausmaße von Scientology bewusst zu werden, muss man sich nur mit den Alltagspraktiken der Sekte auseinander setzen. Fast ahnungslos tappen immer wieder Menschen in Falle von Scientology, die als harmlose Stress-Tester getarnt (Berlin-Alexanderplatz) Kontakt zu den Menschen aufnehmen und diese durch persönliche Problembewältigung für die Kirche gewinnen wollen. Mit dem Anliegen, einen Stress-Test vornehmen zu wollen, hat sich kürzlich ein ungenannter Reporter in einen „Scientology-Stützpunkt“ begeben. Zunächst wird er 45 Minuten mit einem Video des Sekten-Gründers Ron Hubbard beschallt, um anschließend von einem freundlich scheinenden, aber doch sehr bestimmten Mitarbeiter „getestet“ zu werden. Der „E-Meter“, wie das Test-Gerät in Scientology-Kreisen heißt, schlägt bei jeder emotionalen Bewegung aus. Fragen nach Problemen egal welcher Natur prägen das Gespräch und nach nur kurzer Zeit unterbreitet der Mitarbeiter der getesteten Person das Angebot, mit Hilfe von Scientology bei Problembewältigung zu helfen.

Da sich die Politik nicht so recht durchringen kann, Scientology zu verbieten, obwohl es genügend negative Anzeichen gibt, wird wohl noch so mancher Ahnungsloser in die Falle der Sekte tappen, hoffentlich ohne verheerende Folgen.    [...mehr]


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